Der hessische Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur Timon Gremmels kam dabei gerne zum Termin, trotz des winterlichen Wetters. Nicht zum ersten Mal, einen früheren Mitflug über die Rhön nannte er im Nachhinein beeindruckend. Er dankte der Museumsleitung: „Sie haben hier ein modernes Museum geschaffen. Mit dem neuen Abschnitt wurde sich einem schwierigen Thema gewidmet.” Die neue Konzeption entwickle das Museum konsequent fort zu einem außerschulischen Lehrort, „an dem Geschichte greifbar ist”. Gern habe das Land Hessen dabei mit 140.000 Euro den neuen Abschnitt unterstützt. Gremmels zeigte sich überzeugt, dass der begonnene Weg weitergegangen wird: „Museen sind mehr als nur Ort der Ausstellung. Es sind Orte des Dialogs und sie stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt.”
Staatssekretär Michael Brand hatte sich schon vor Beginn der Eröffnung den Mitmachteil angesehen. Er betonte die Faszination der Lüfte und das starke ehrenamtliche Engagement „an einem besonderen Ort”. Weiter betonte er, die Wichtigkeit, sich auch der Zeit des Nationalsozialismus zu widmen, in der es „gleichzeitig Verführung und Propaganda” auf dem Berg der Flieger gab. Als außerschulischer Lernorte helfe das Museum, sowohl MINT-Themen wie Thermik und Auftrieb zu verstehen, als auch politische Bildung und historische Hintergründe: „Die Aufarbeitung hat gerade erst begonnen. Wir appellieren den Weg weiterzugehen.” Brand ermunterte die Museumsleitung, sich um staatliche Fördermöglichkeiten aus seinem Ministerium zu bewerben. Er schloss ab mit einem Lob für einen besonderen Ort mit nicht nur deutscher, sondern sogar weltweiter Bedeutung: „Es ist ein Juwel, dieses deutsche Segelflugmuseum.”
Sebastian Müller (MdL) lobte die „dynamische Entwicklung” als echte Gemeinschaftsleistung, welche die Region voranbringe: „Dieses Museum erfüllt eine zentrale Funktion, indem es Technik und Geschichte präsentiert. Das gibt es so ganz selten.” Auch der Standort auf der Wasserkuppe sei dabei entscheidend mit seiner Bedeutung für den Tourismus in der Rhön und ganz Hessen. Kreisbeigeordneter Hermann Müller hat ein besonderes Verhältnis zur Wasserkuppe – immerhin half er schon als Kind seinem Vater bei der Heuernte auf dem Berg. Während seiner beruflichen Tätigkeit war er auch öfter mit Gruppen im Museum mit seinen 4000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Die neue Abteilung lobte er: „Mir gefällt es.”
Peter Ocker als Vorsitzender des Fördervereins Segelflugmuseum mit Modellflug hatte in seiner Begrüßung die Geschichte skizziert. Nach längeren Bestrebungen, ein Regional-, Technik- und Sportmuseum zu gründen, wurde es 1986 in seinem jetzigen Gebäude eingeweiht und 2009 erweitert. Seit 2017 trägt eine neue Führungsmannschaft die Verantwortung – weiter rein ehrenamtlich. Seitdem hat sich einiges getan im Bereich des Archivwesens und der Digitalisierung. Während der coronabedingten Schließungszeit wurde in die Museumspädagogik eingestiegen: „Aber wie gelingt ein Übergang von einem klassischen Museum als stiller Ort mit Vergangenheits-Themen oder einem Mausoleum alter Gegenstände zu einem modernen Lern- und Informationsort mit digitalen Angeboten, modernen Experimentierstationen und der Wandel zu einem lebendigen Haus? Wir versuchen es nach Kräften und die ersten Erfolge können wir heute schon sehen.” Auch zum neuen Abschnitt zur NS-Geschichte sprach Ocker: „Die zwölf braunen Jahre haben genau im Segel- und Modellflug stattgefunden und zwar genau hier.” So war das Groenhoff-Areal damals die „Fliegerburg der deutschen Jugend”. Der Vorsitzende bekräftigte, dass der Verein noch viel vorhabe – neben weiteren Abteilungen zur NS-Zeit wartet auch noch die Aufarbeitung zur Geschichte des Segelflugs in der DDR.
