Handball 20.03.2026

Nächster Kracher: Angeschlagene HSG will Hersfeld ein Bein stellen

Osthessen (pf/jah) – Das wird ein elektrisierendes Derby: Der TV Hersfeld ist bisher das Maß der Dinge in der Handball-Oberliga Nord der Männer, zuletzt gelang den Festspielstädtern ein klarer Sieg in Hünfeld. Etwas mehr Gegenwehr dürfte es für den Ligaprimus am Sonntag geben, wenn um 17 Uhr das nächste Derby bei der HSG Großenlüder/Hainzell angepfiffen wird.

Immer intensiv sind die Duelle zwischen Großenlüder/Hainzell und dem TV Hersfeld – am Sonntag ab 17 Uhr kommt ein weiteres Kapitel hinzu. Foto: Christine Görlich

Männer

Die Lüdertalsporthalle ist bereit, und hat schon das eine oder andere denkwürdige Spiel erlebt. Aber ist es die HSG Großenlüder/Hainzell auch? „Zuletzt gegen Wesertal hatten wir einen rabenschwarzen Tag. Wir haben das aufgearbeitet, mal kurz die Köpfe zusammengesteckt und Klartext gesprochen, damit ist es aber auch gut“, sagt Trainer Sebastian Peppler, der mit seinem Team voll fokussiert auf das Derby gegen Hersfeld ist: „Sie sind der Topfavorit, aber wir spielen zuhause und müssen dort alles in die Waagschale werfen“. Peppler fordert, „dass wir uns nicht vorführen lassen wie in der ersten Halbzeit gegen Wesertal, sondern uns nachher in die Augen schauen und sagen können: Wir haben alles gegeben“. Ob es dann reicht für etwas Zählbares gegen den Spitzenreiter, wird sich zeigen: „Das wird absolut schwer. Wir müssen an unser oberstes Limit kommen. Aber wir wollen uns wieder daran erinnern, was uns eigentlich mal stark gemacht und ausgemacht hat“, betont Peppler nach zuletzt zwei Pleiten in Folge. Damit rutschte die HSG auch aus dem Titelrennen, das nur Hersfeld und Baunatal wohl noch unter sich ausmachen. „Der Druck liegt bei ihnen, sie müssen bei uns gewinnen“, so Peppler, der den kompletten Kader beisammenhat, aber sich auch sicher ist, „dass Hersfeld alles mitbringen wird, was laufen kann“.

Das bestätigt Hersfelds Coach Dragos Negovan, der bis auf den am Knie verletzten Mark Petersen ebenfalls aus dem Vollen schöpfen kann – und voller Vorfreude vor dem Derby ist: „Ich halte Großenlüder für eine der stärksten Mannschaften in der Liga. Dazu spielen sie zuhause und haben obendrein noch etwas gutzumachen“, spielt auch der TVH-Coach auf die zwei HSG-Niederlagen in Folge und die Partie der Gastgeber gegen Wesertal an: „Sie werden hochmotiviert sein, das ist klar. Von uns erwarte ich ein Spiel wie gegen Hünfeld, auch wenn das natürlich nicht der Gradmesser ist. Wir müssen hochkonzentriert sein, präsent in der Abwehr und brauchen auch eine gute Torwartleistung.“ Darüber hinaus erwartet Negovan eine durchaus harte Gangart im Derby – so wie eigentlich immer, wenn TVH und HSG aufeinandertreffen. „Da wird es auf beiden Seiten auch auf den kämpferischen Aspekt ankommen. Aber wir freuen uns darauf und ich hoffe, dass unsere Fans auch am Sonntag wieder zahlreich vertreten sind und wir vielleicht sogar ein kleines Heimspiel in Großenlüder haben.“

Auch das untere Ende der Oberliga Nord ist aus osthessischer Sicht interessant: Der Hünfelder SV hat noch fünf Spiele, und will bis Saisonende unbedingt noch einen Sieg holen, auf den bisher vergebens gewartet wurde. Nach dem Trainerwechsel – Fabian Sauer kehrte zurück – waren gegen Hersfeld schon Ansätze zu erkennen. Sauer machte klar: „Die Motivation ist auf jeden Fall noch da – das muss auch unser weiterer Weg sein und ist das Minimum, was ich erwarte“. Die Fans würden die Situation einordnen können, so Sauer, doch zunächst geht es am Samstag wieder auf Reisen: Um 19 Uhr wartet bei Fuldatal/Wolfsanger die nächste richtig schwere Aufgabe, nicht zuletzt, weil Fuldatal unter anderem schon Hersfeld schlagen konnte.

 

Frauen

Natürlich wird es auch bei den Frauen spannend – allen voran kämpft der TV Hersfeld in der Regionalliga noch um den Klassenverbleib. Nach dem knappen Sieg in der Vorwoche gegen Eddersheim soll nun im nächsten Auswärtsspiel genau dort angeknüpft werden: Am Sonntag um 15 Uhr reist der TVH zum SV Germania Fritzlar. Beim Tabellendritten können die TVH-Frauen befreit aufspielen und eigentlich nur gewinnen. Auch die zweite Mannschaft der Hersfelderinnen tritt die Reise nach Fritzlar an und spielt in der Oberliga Nord das zweite Duell des Abends ab 17.30 Uhr gegen Fritzlar II. Schon am Samstag ist die HSG Großenlüder/Hainzell im Einsatz und lädt zum Heimspiel ab 19 Uhr gegen Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim II.