Lokales FD 05.03.2026

Nach nur vier Jahren: Bauernhof-Kita Ried schließt früher als geplant

Ebersburg (sk) – Schon seit dem ersten März ist die Natur- und Bauernhof-Kita Ried am Ritzelshof geschlossen. Den zuletzt 15 dort betreuten Kindern wurden Plätze in den drei weiteren Ebersburger Kindergärten angeboten. Bürgermeister Benjamin Reinhardt sprach von Gesprächen mit einem interessierten freien Träger, diese seien bisher aber wenig konkret – die Zukunft ist unklar.

Die Natur- und Bauernhof-Kita Ried schließt vorzeitig. Fotos: Stefan Krug

Bürgermeister Benjamin Reinhardt

Kurzfristig hatte die Gemeinde mitgeteilt, dass die Gemeindevertretung bereits beschlossen hat, die Trägerschaft der Gemeinde Ebersburg für die Natur- und Bauernhof-Kita Ried zum 31.Juli 2026, mithin zum Ende des Kindergartenjahres 2025/2026, zu beenden. Hintergrund dieser Entscheidung waren insbesondere die rückläufigen Kinderzahlen, die hohe Personalintensität einer eingruppigen Einrichtung sowie die bestehenden Betreuungsalternativen in den weiteren Kindertageseinrichtungen im Gemeindegebiet. Aufgrund der aktuellen Personalsituation sei nunmehr eine vorgezogene Schließung erforderlich. Die für den ordnungsgemäßen Betrieb einer Kindertageseinrichtung notwendigen, fachlich anrechenbaren Personalstunden stehen derzeit nicht mehr in ausreichendem Umfang zur Verfügung. Ein Weiterbetrieb sei unter diesen Voraussetzungen aus rechtlichen Gründen nicht zulässig. Die Gemeinde Ebersburg sei als Träger verpflichtet, die gesetzlichen und fachaufsichtlichen Vorgaben jederzeit vollumfänglich einzuhalten.

Wie Bürgermeister Benjamin Reinhardt auf Nachfrage erläuterte, wurden 15 Kinder am Ritzelshof betreut, von denen acht im Sommer eingeschult werden. Es gab nur zwei Neuanmeldungen, womit ein wirtschaftlicher Betrieb nicht zu gewährleisten war. Insgesamt wäre eine Betreuung in einem nur eingruppigen Kindergarten selbst bei voller Auslastung (genehmigt wären 25 Kinder in der Einrichtung) sehr viel teurer als in den vorhandenen mehrgruppigen Kitas in Thalau, Schmalnau und Weyhers. Benjamin Reinhardt sagte zu den Kosten: „Wir hatten mit einem Zuschussbedarf von 180.000 Euro in Ried im Haushalt geplant. Durch die Schließung im Sommer haben wir mit einer Senkung auf 100.000 Euro gerechnet. Die Summe wird sich durch die vorgezogene Schließung weiter vermindern.”

Für die Kindergartenkinder konnten, so Reinhard, Plätze in den vorhandenen Kitas angeboten werden. In jeder der Einrichtungen gibt es noch freie Plätze – in der Summe fast dreißig. Nach der Kündigung einer Erzieherin war nur noch eine Erzieherin in Ried tätig, weitere seien längerfristig erkrankt. Der Erzieherin wurde eine weitere Tätigkeit in einem der gemeindlichen Kindergärten in Thalau oder Schmalnau angeboten.

Gestartet war der Kindergarten als eines der letzten Projekte der damaligen Bürgermeisterin Brigitte Kram mit großen Vorschusslorbeeren. Kram sagte zur Eröffnung: „Die Kinder lernen etwas über Nachhaltigkeit, Energie und Gesundheit. Sie kommen mit den Elementen in Kontakt. Das Konzept können wir als Gemeinde nur gutheißen. Der Bedarf ist da. Der Kindergarten wird nach und nach belegt werden. Davon können wir anhand der Geburtenzahlen und mit Blick auf viele Neubaugebiete ausgehen“ – diese Prognose stellte sich nun als nicht zutreffend heraus. Die Gemeinde wird sich noch länger mit dem Thema beschäftigen müssen, falls sich kein freier Träger findet, der den Mietvertrag, der noch bis Ende Februar 2032 läuft, übernimmt. Neben dem langfristigen Mietvertrag hatte die Gemeinde auch in die Inneneinrichtung 51.000 Euro investiert, von denen der Landkreis und der Verein Natur und Lebensraum Rhön einen Teil als Förderung übernommen hatten.

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