Der Festsaal des Gasthauses Fuldaer Hof war bis auf den letzten Platz gefüllt, als sich die Türen zu einem besonderen Konzertabend öffneten. Schnell wurde spürbar, dass es sich nicht um ein gewöhnliches musikalisches Ereignis handelte, sondern um ein Treffen von Freunden, Weggefährten und Musikliebhabern – vereint durch die Erinnerung an den Fuldaer Gitarristen Martin Günzel.
Bereits die ersten Töne von 3-Klang sorgten für eine warme, vertraute Atmosphäre. Mit mehrstimmigen Interpretationen bekannter Songs aus mehreren Jahrzehnten gelang es ihnen, das Publikum mitzunehmen und eine intime Lagerfeuerstimmung entstehen zu lassen. Im weiteren Verlauf des Abends spannten Church of Elder mit ihren atmosphärischen Klangwelten einen ruhigen, fast meditativen Bogen, bevor die Song and Danceman Band mit kraftvollen, rockigen Bob-Dylan-Interpretationen neue Akzente setzte.
Spätestens bei Ballads & Blues wurde deutlich, wie sehr die Musik von Martin Günzel auch an diesem Abend weiterlebte. Klassiker der 60er- und 70er-Jahre erfüllten den Saal und luden zum Mitschwingen ein. Den emotionalen Höhepunkt bildete schließlich das große Finale, bei dem sich alle Musiker gemeinsam auf der Bühne versammelten. In spontanen Improvisationen, überraschenden Momenten und spürbarer Spielfreude entstand ein musikalisches Miteinander, das den Geist des Abends perfekt einfing. Zwischen den musikalischen Beiträgen wurde immer wieder an Martin Günzel erinnert – an seine Leidenschaft, seine Herzlichkeit und seine tiefe Verbindung zur Musik. Frank Tischer fand dabei persönliche Worte: „Martin hat Musik nie als Selbstzweck verstanden, sondern als Sprache des Herzens.“ Genau diese Haltung war an diesem Abend in jeder Note zu spüren.
Neben aller Emotionalität stand auch der gute Zweck im Mittelpunkt. Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich großzügig und unterstützten mit ihren Spenden die Palliativmedizin des Klinikums Fulda – jene Einrichtung, die Martin Günzel in seinen letzten Lebenswochen begleitet hatte. So wurde das Konzert nicht nur zu einer Hommage an einen besonderen Menschen, sondern auch zu einem Zeichen der Solidarität und Mitmenschlichkeit. Am Ende blieb das Gefühl eines Abends, der weit über die Musik hinausging. Ein Abend, der zeigte, wie stark Musik verbinden, erinnern und trösten kann – und wie sie es schafft, selbst in Momenten des Abschieds Hoffnung und Gemeinschaft entstehen zu lassen.
