Lokales VB 14.03.2026

Leser-Meinungen und -Erlebnisse zum Tegut-Aus: Spatenstich fürs Grab

Fulda (jah) – „Das Kind war schon in den Brunnen gefallen, jetzt ist es ersoffen“ – mit deutlichen Worten reagiert eine OZ-Leserin Karin Seuring auf das angekündigte Aus von Tegut. Die 67-jährige Fuldaerin blickt in ihrem Leserbrief auf die Geschichte des früheren Handelsunternehmens „HaWeGe“ zurück und äußert Kritik an Entwicklungen der vergangenen Jahre. Osthessen-Zeitung veröffentlicht den Leserbrief im  Wortlaut. Weitere Eindrücke, Erlebnisse und Meinungen zum Tegut-Aus können Leserinnen und Leser gerne an die Redaktion senden.

Foto: Görlich Media

 

Der Leserbrief von Karin Seuring im Wortlaut:

„So langsam geht mir der Zinnober auf die Kirsche …. Ich bin 67 Jahre alt, in Fulda geboren und somit auch ein „HaWeGe“-Kind. Viele meiner Schulfreunde haben die Ausbildung dort gemacht, und die Ausbildung beim HaWeGe war ein Türöffner in jeden Handelsbereich!!! Also sehr viel wert.

Leider wurde in der letzten Generation der Geschäftsführung einiges „versemmelt“, und die allgemeine Situation im Handel hat sich gravierend verändert …. Kunden, die zu – dann Tegut – gingen, erwarteten Personal, das ihnen behilflich war, um diverse Lebensmittel in dem immer reichhaltiger werdenden Angebot und Layout zu finden! Das konnte leider aus Personalmangel nicht mehr gewährleistet werden. Und schon war der erste „Spatenstich“ fürs Grab gesetzt! Dann kamen die schlauen Schweizer … Für mich als „Nichtkaufmann/frau“ nicht nachvollziehbar. Das Kind war schon in den Brunnen gefallen, jetzt ist es ersoffen!! Für mich, vielleicht auch für das Finanzamt, das hochgelobte Kartellamt und mit Sicherheit einige „Frankenprüfer“ stellt sich nun die Frage:

Warum musste dann noch das Millionengrab in Michelsrombach entstehen, und mit wie viel Geld wurde dieses „Grabmal“ vom Staat unter dem Deckmäntelchen „Arbeitsplatzsicherung“ subventioniert? Viele Gedanken, die den ganzen Mitarbeitern im Moment mit Sicherheit auch durch den Kopf gehen! Ich wünsche allen Mitarbeitern eine faire Lösung in diesem Desaster. Danke, dass Ihr soooo lange die Stellung gehalten habt. Vielleicht klappt es ja mit den Handelszentralen von Edeka/Rewe.“

Wenn auch Sie Ihre Meinung zum Tegut-Aus oder Erlebnisse mit und in den teguts teilen möchten, schreiben Sie gerne an uns: Entweder per Mail an info@osthessen-zeitung.de oder per WhatsApp an 0159 04145074.