Lokales FD 26.03.2026

Krimi-Schauplatz Fulda: Kerstin Schaum zieht Publikum in den Bann

Fulda (jah) – Volle Reihen, gespannte Stille und ein Hauch von Gänsehaut: Bei der „Tatort Fulda“-Reihe in der Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek Fulda hat Autorin Kerstin Schaum am Mittwochabend eindrucksvoll bewiesen, wie nah Literatur und regionale Wirklichkeit beieinanderliegen können.

Autorin Kerstin Schaum. Foto: Justin Klenner

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher strömten am Abend in die Bibliothek am Campus in der Leipziger Straße, um die Premierenlesung aus Schaum’s erstem Fulda-Krimi „…und führe uns durch die Versuchungen“ zu erleben. Schnell wurde klar: Die Veranstaltung traf den Nerv des Publikums. Schon nach wenigen Minuten herrschte eine konzentrierte, fast greifbare Spannung im Raum.

Mit ruhiger, eindringlicher Stimme nahm die Autorin ihr Publikum mit auf eine düstere Spurensuche durch Fulda. Im Mittelpunkt ihres Romans steht ein rätselhafter Mord: Im Schlossgarten wird die Leiche eines jungen Mannes entdeckt – und die Ermittlungen führen tief in die Vergangenheit der Stadt. Was zunächst wie ein klassischer Kriminalfall beginnt, entwickelt sich zu einer vielschichtigen Geschichte über menschliche Abgründe, verborgene Wahrheiten und die Frage, wie sehr die Vergangenheit die Gegenwart beeinflusst.

Immer wieder gelang es Schaum während der Lesung, Szenen lebendig werden zu lassen. Die Zuhörer folgten gebannt den Ermittlungen von Kommissarin Sina Seefeld, die sich durch ein Geflecht aus Lügen, Scheinheiligkeit und Gewalt kämpft – und dabei selbst an ihre Grenzen gerät. Besonders die atmosphärischen Beschreibungen von Fulda und der Rhön verliehen der Lesung eine zusätzliche Tiefe und sorgten für einen starken regionalen Bezug, der beim Publikum sichtbar ankam.

Zwischen den Passagen gewährte die Autorin auch persönliche Einblicke in die Entstehung ihres ersten Krimis. Für die gebürtige Hünfelderin, die zuvor vor allem andere Buchgenres bedient hatte, ist das Werk ein lang gehegter Traum. Umso spürbarer war die Leidenschaft, mit der sie ihre Geschichte präsentierte.

Die Mischung aus spannender Handlung, lokalen Schauplätzen und gesellschaftlichen Themen sorgte dafür, dass die Lesung bis zum Schluss fesselte. Immer wieder war es im Raum mucksmäuschenstill – ein Zeichen dafür, wie sehr das Publikum in die Handlung eintauchte. Der Applaus am Ende fiel entsprechend lang und herzlich aus.

Tatort Fulda in der Hochschulbibliothek mit Kerstin Schaum. Fotos: Justin Klenner