Das ist mal ein Knaller zum Auftakt ins Jahr 2026: Der RSV Petersberg gastiert bei der SG Ehrenberg. Wer am 24. August im Waidesgrund zugegen war, wird sich erinnern. So auch RSV-Trainer Stanislav Szilagyi: „Wir haben das Spiel bestimmt, 20 Minuten vor Schluss mit 3:1 geführt. Am Ende haben wir es noch 3:4 durch Pressschläge und harte Zweikämpfe verloren. Aus sowas müssen die Jungs lernen“. Petersberg geht als Zweiter in die Restrunde, Ehrenberg liegt drei Punkte hinter dem RSV, hat aber noch ein Spiel in der Hinterhand. Das direkte Duell wird also gleich richtungsweisend. „Wir haben etwas gutzumachen“, so Szilagyi, der auch weiß: „Das wird kein schönes Spiel auf so einem Rasen in der Rhön“. An das Geläuf gewöhnte sich sein Team aber schonmal beim 4:1-Testspielsieg in Mittelkalbach. Und auch, wenn die Vorbereitung witterungsbedingt nicht den Umfang hatte, den sich der Coach gewünscht hätte, so wünscht er sich nun, dass es bis zu seinem Abschied im Sommer „um alles“ geht: „Nicht wegen mir, sondern für den Verein und die Mannschaft wünsche ich mir, dass wir uns belohnen“. Tabellenführer Borussia Fulda ist sechs Punkte weg, doch Szilagyi traut seinem Team alles zu, auch wenn die direkten Duelle gegen den SCB (0:3 und 0:4) verloren gingen: „Ich glaube an die Jungs, aber wir wissen auch, dass Borussia ein, zwei Mal patzen muss. Aber nicht nur sie, sondern auch wir werden gejagt. Da oben kann alles passieren. Und bis Ostern wissen wir, in welche Richtung es geht“.
Neu an der Seitenlinie, aber gar nicht so neu beim SV Müs ist Marcel Büttner: Er wurde im Winter als Nachfolger von Andre Wohnig vorgestellt und geht mit dem SVM als Sechster in die Restrunde. „Seit ich laufen kann, habe ich beim SV Müs gespielt, war in der Hinrunde ein paar Mal dabei und kenne die Jungs ziemlich gut“, schildert er seinen leichten Einstieg und sieht zwei Seiten der Medaille angesichts des Tabellenplatzes: „Wir sind leider ein bisschen abgerutscht. Ich bin der Meinung, dass die Qualität im Kader um einiges stärker ist als die Platzierung. Aber wir machen uns daher auch gar keinen Stress, hatten eine gute Vorbereitung, die Trainingsbeteiligung ist wieder gestiegen und haben keinen Druck. Wir wollen noch so weit nach oben klettern, wie es eben geht“. Spitzenreiter Borussia sehe er als designierten Meister, „sie haben einen richtig guten Trainer geholt und werden nächstes Jahr in der Gruppenliga auflaufen“, prophezeit der Müser Coach. Der SVM selbst bekommt es zunächst mit Teams aus dem Abstiegskampf zu tun: Germania, Horas und Edelzell/Engelhelms lautet das Auftaktprogramm. „Es ist noch keiner richtig im Rhythmus. Wir müssen unsere PS auf den Rasen kriegen“. Um Julian Keller machte sich der SVM zuletzt etwas Sorgen, weil im Training umgeknickt war. Mittlerweile ist er aber wieder im Lauftraining, jedoch für den Auftakt noch fraglich. So oder so: „Endlich wird wieder um Punkte gekämpft“, spricht Büttner allen Fußballern aus der Seele.
Auch unten ist es spannend – und das wird es wohl bis zum Ende bleiben: Schlitzerland auf Platz 16 und Edelzell/Engelhelms auf Platz elf trennen nur fünf Punkte. Etwas ungerade ist die Tabelle durch das eine oder andere Nachholspiel auch noch. Die SGS hat zumindest Bock, das Feld von hinten aufzurollen: „Wir spielen ja nochmal alle gegeneinander, jeder hat es in der Hand – wir also auch. Aber bisher machen wir uns keine großen Gedanken darüber, was am Saisonende ist“, sagt Trainer Christian Muhl, der mit dem Tabellenschlusslicht eine starke Vorbereitung hinter sich hat: 2:2 gegen Nord-Topteam Bebra, 2:0 gegen Jossatal, 6:1 gegen Praforst oder zuletzt ein 7:0 gegen den Schwälmer Kreisoberligisten Asterode/Christerode/Olberode. „Wir hatten eine gute Trainingsbeteiligung und haben eine gute Fitness“. Auch vor den ersten Aufgaben – für Schlitzerland geht es zu FT Fulda und dann nach Petersberg – schreckt Muhl nicht zurück: „Auf so ein Auftaktprogramm freut man sich noch mehr. Jeder ist heiß auf diese Bonuspunkte, und Auswärtsspiele liegen uns“. Stimmt: 0,6 Zähler sammelte Schlitzerland bisher im Schnitt zuhause und 1,14 in der Fremde.
Spitzenreiter Borussia Fulda geht mit sechs Punkten Vorsprung auf die Verfolger ins zweite Halbjahr und startet am Sonntag zuhause im Stadtduell gegen den Haimbacher SV. Auch Derbys gibt es gleich zum Auftakt: In der Rhön elektrisiert das Duell Hilders/Simmershausen gegen Reulbach/Brand. Die Gastgeber schielen auf eine mögliche Relegation, Reulbach bringt in jedem Spiel Überraschungspotenzial mit. Auch in der Gemeinde Künzell geht es rund: Dipperz/Dirlos begrüßt Edelzell/Engelhelms. Dazu reist Pilgerzell zur SG Marbach/Dietershan und der FV Horas, der gegen den Abstieg kämpfen muss, spielt in Bachrain.
Kreisoberliga Mitte
Sonntag
15 Uhr
TSV Bachrain – Horas
Müs – Germania Fulda
Borussia Fulda – Haimbacher SV
Marbach/Dietershan – Pilgerzell (in Marbach)
Ehrenberg – Petersberg (in Seiferts)
FT Fulda – Schlitzerland
Hilders/Simmershausen – Reulbach/Brand (Kunstrasen Hilders)
Dipperz/Dirlos – Edelzell/Engelhelms (in Dirlos)
