Lokales FD 25.03.2026

Justiz im Fokus: Weinmeister zu Besuch im Landgericht

Fulda – Von Justin Klenner – Justiz in der Region Nordosthessen (NOH) stärken und zukunftsfähig gestalten: Dieses Ziel verfolgt Regierungspräsident Mark Weinmeister bei seiner Reise „RP vor Ort“ durch den Regierungsbezirk. Am Dienstagvormittag besuchte er das Fuldaer Landgericht und informierte sich über wichtige Themen, Anliegen, Projekte sowie Prozesse der Justizbehörde.

Fotos: Justin Klenner.

„Wir haben regionale Berührungspunkte und begrüßen den Austausch sehr“, freute sich Dr. Patrick Liesching, Präsident des Fuldaer Landgerichts, über den Besuch des Regierungspräsidenten. Im Rahmen einer „Justizwoche“ steht bei den Besuchen von Weinmeister die Arbeit der nordosthessischen Gerichte und Vollstreckungsbehörden im Fokus. Das Ziel der Veranstaltungsreihe „RP vor Ort“ ist es, zu erörtern, wie die Region auch weiterhin gestärkt und zukunftsfähig gestaltet werden kann. „Natürlich sind das wichtige Themen und Bereiche“, sagte Weinmeister zur „Justizwoche“, und stellte Liesching sowie Hubert Kasseckert, Geschäftsleiter des Landgerichts Fulda, interessierte Nachfragen über die Arbeit und Prozesse vor Ort. Ein wichtiges Thema sei der Umzug in das ehemalige Finanzamt direkt gegenüber. In der ersten Instanz ziehen das Land- und Amtsgericht sowie die Staatsanwaltschaft geschlossen in das Gebäude. Die restlichen Ämter sollen dann folgen. „Wir sind gespannt“, sagte Liesching.

Ein weiteres Thema war die Personaldecke des Fuldaer Landgerichts. Dabei sieht sich der Präsident für die Zukunft gut aufgestellt, besonders im richterlichen Bereich. Etwa 20 Richterstellen gibt es im Landgericht, 40 weitere kommen aus den drei Amtsgerichten Fulda, Hünfeld und Bad Hersfeld dazu. „Wir haben seit Jahrzehnten eine Auslastung von nahezu 100 Prozent“, erläuterte Liesching glücklich. Besonders heimische Mitarbeiter im mittleren Dienst wollen zum Standort Fulda zurückkehren. Die Rückkehr in die Heimat erweise sich jedoch alles andere als einfach. „Die Leute sitzen lange auf der Versetzungsliste, daher ist der mittlere Dienst nicht mehr so angesehen“, bedauerte Kasseckert.

Mittlerweile gebe es einige Möglichkeiten, auch ohne Jurastudium in der Justiz zu arbeiten. So sei der Rechtspfleger zwar ein guter Einstieg in den gehobenen Dienst, dafür allerdings ein eher unbekannter Berufszweig. Zudem sei die Abschlussquote eher gering. „Wir haben mehr freie Stellen als Absolventen“, erklärte Kasseckert. Auch der Weg über den Justizfachangestellten sei beliebt. Dadurch können Absolventen in den mittleren Dienst eingeführt werden.   

Ebenfalls thematisiert wurde der richterliche Bereitschaftsdienst, besonders mit Blick auf die Gründung der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ und der großangekündigten Gegendemonstration an diesem Samstag in Fulda-Johannesberg. Zwar erwarten Innenminister Roman Poseck und die hessische Polizei keine „Gießener Verhältnisse“, dennoch müssen sich die Verantwortlichen auf den Ernstfall vorbereiten. „Wir sind ein gesunder Standort mit hoher Mitarbeiterzufriedenheit. Die Leute fühlen sich wohl“, sagte Liesching und fügte an. „Wir sind gut aufgestellt“.

Weinmeister besucht Landgericht Fulda. Fotos: Justin Klenner.