Bereits Ende vergangenen Jahres war am Rande eines Wettkampfs in Erfurt die Entscheidung gefallen, erneut nach Bad Sooden-Allendorf zu reisen. Für die Altersklassen U12 und U14 bietet sich dort eine seltene Gelegenheit: Wettkämpfe auf Tartan in der Halle. „Das, was schon zweimal gut funktioniert hat, sollte einfach erneut wiederholt werden“, so Trainer Rainer Hahn. Auch die Verbindung zum Ausrichter wird enger – Hünfelds Nachwuchsathletin Nika Marie Henkel trainiert inzwischen einmal pro Woche Stabhochsprung in Bad Sooden-Allendorf. Neben dem Hünfelder SV war auch der TV Petersberg mit neun Athleten vertreten. Insgesamt sorgte die große Teilnehmerzahl aus Fulda-Hünfeld für ordentlich Betrieb – und starke Resultate.
Lena Dehler steigert sich eindrucksvoll
Für das Highlight aus Hünfelder Sicht sorgte Lena Dehler (W15). Nachdem sie tags zuvor in Neuhof die Drei-Kilogramm-Kugel auf 11,43 Meter gestoßen hatte – 37 Zentimeter unter der Norm für die Deutschen Meisterschaften – legte sie nun nach. Trotz eines „richtig glatten“ Kugelstoßrings, mit dem sie zunächst zu kämpfen hatte, steigerte sie sich im vierten Versuch auf 11,77 Meter. Damit fehlen ihr nur noch drei Zentimeter zur DM-Norm.
Sprint- und Hürdenzeiten mit Aussagekraft
Auch im Sprint und über die Hürden gab es bemerkenswerte Entwicklungen. Die besonderen Hallenbedingungen in Bad Sooden-Allendorf – 60 Meter mit anschließendem kurzen Auslauf, 90-Grad-Drehung und Absprung in die Prallwand – verlangen den jungen Athleten einiges ab. Umso höher sind die Zeiten einzuordnen.
Hanna Konz (W14) bestätigte ihre starke Formkurve eindrucksvoll. Mitte Dezember lief sie die 60 Meter in 8,71 Sekunden, nun steigerte sie sich auf 8,41 Sekunden – nach drei weiteren Rennen dazwischen, in denen sie jeweils schneller wurde.
Ida Simon (W12) überzeugte mit einem wahren Mehrkampf-Programm: Platz zwei über 60 Meter in 9,11 Sekunden, Sieg über 60 Meter Hürden in 10,68 Sekunden, Platz zwei im Hochsprung mit 1,32 Metern, Sieg im Weitsprung mit 4,31 Metern sowie Rang zwei im Kugelstoßen mit 6,30 Metern.
Auch Tim Kottke (M12) dominierte seine Konkurrenz: Er gewann die 60 Meter Hürden in 11,69 Sekunden, siegte im Hochsprung mit 1,36 Metern und holte Platz eins im Kugelstoßen mit 6,76 Metern.
Andere Prioritäten – starke Vergleiche
Während bei den parallel stattfindenden Kreismeisterschaften in Neuhof einige U14-Mädchen fehlten, setzte ein Teil des Teams bewusst auf den Start in Bad Sooden-Allendorf. Die 75 Meter lange Tartanbahn habe ihren besonderen Reiz. Ein Vergleich mit den Kreismeisterschaften zeigt die Qualität der Leistungen: Der Kreismeistertitel im Hochsprung der W12 ging mit 1,30 Metern weg – in Bad Sooden-Allendorf übersprangen gleich drei Hünfelderinnen 1,32 Meter. Auch die Hürdenzeit von 10,68 Sekunden über 60 Meter findet sich in der aktuellen hessischen Bestenliste der Hallensaison auf Rang zwei wieder – ein deutliches Ausrufezeichen.
Blick nach vorne
Unterm Strich stand ein gelungener Saisonabschluss in der Halle. Für die meisten war es der letzte Start unter dem Hallendach. Drei Athleten dürfen noch bei den KiLa-Kreismeisterschaften am 15. März in Hünfeld antreten, ehe der Fokus endgültig auf die Freiluftsaison gerichtet wird.
Das Fazit fällt entsprechend positiv aus: Der erneute Besuch in Bad Sooden-Allendorf hat sich gelohnt – und die Formkurve der Hünfelder Nachwuchsathleten zeigt klar nach oben.
