Denn nicht wie geplant um 14.30 Uhr, sondern erst um 15.15 Uhr ging es am Kunstrasen in Nordhessen los. Der Grund: Schiri Manuel Winkler stand im Stau und die Offiziellen befürchteten, dass er auch für einen späteren Anpfiff nicht rechtzeitig da sei. Der Bebraer Tobias Lecke wurde „nachbestellt“, allerdings traf dann doch auch Winkler so ein, dass es um 15.15 Uhr losgehen konnte. „Natürlich ist das etwas unglücklich. Alle fiebern auf den Anpfiff hin, die Besprechung war schon gemacht, du hast die Fahrt noch hinter dir – und musst dann wieder runterfahren. Aber das ging ja Baunatal ähnlich“, sagte HSV-Trainer Johannes Helmke.
Trotzdem waren seine Hünfelder dann „von der ersten Minute an“ mit der richtigen Einstellung auf dem Platz, lobte Helmke. Der Lohn folgte: Marcel Trägler war nach einer Kopfballchance von Maxi Fröhlich eiskalt und traf zum 1:0, allerdings half Baunatals Keeper Berger mit einem kapitalen Bock auch gütig mit.
Die „Negativerlebnisse“ aus den Spielen vor der Winterpause waren womöglich noch im Hinterkopf, doch dem HSV war das über weite Strecken nicht anzumerken. Stattdessen legte Luca Uth Ende der ersten Halbzeit zum 2:0 nach – per Geniestreich vom Eckpunkt des Spielfeldes. „Der ist super hinten reingefallen“, staunte auch Helmke.
Petr Paliatka jr. musste etwas angeschlagen in der Kabine bleiben, Joker Boas Kümmel war direkt auf dem Platz und hatte die große Chance zum 3:0. Dann kippte das Spiel etwas, Baunatal hatte sich immer wieder in Diskussionen mit dem Schiri verwickeln lassen, bekam dann aber spielerisch auch etwas Oberwasser. „Es war am Ende seht viel Arbeit“, atmete Helmke durch: „Viele Emotionen, Intensität, ein extrem starker Gegner“. Spannend wurde es nämlich nochmal, weil Mike Feigenspan verkürzte und schließlich Max Vogler voranging – und die Notbremse zog. „Kein Vorwurf, er hat sich da in den Dienst der Mannschaft gestellt“, kommentierte Helmke die Rote Karte etwa fünf Minuten vor dem Ende. „Er ist ein intelligenter Spieler, war einen Schritt zu spät und hat da 17 Meter vor dem Tor das Foul gezogen“. Es reichte am Ende, auch mit dem nötigen Spielglück. Und damit fügte der HSV dem KSV Baunatal die erste Heimniederlage der laufenden Saison zu – eine Hausnummer.
KSV Baunatal: Berger; Welker, Hindemith, Kahraman (65. Zouaoui), Feigenspan, Milloshaj, Blahout, Borgardt, Krengel, Babic (60. Kohlstädt), Karakoc (78. Akman).
Hünfelder SV: Maul; Kemmerzell (77. Häuser), Zöll, Dücker, Vogler, Paliatka jr. (46. Kümmel), Uth, Fröhlich, Gadermann, Trägler, Kassa (84. Zentgraf).
Schiedsrichter: Manuel Winkler (Landau)
Tore: 0:1 Marcel Trägler (17.), 0:2 Luca Uth (42.), 1:2 Mike Feigenspan (70.)
Zuschauer: 200
Rote Karte: Max Vogler (83., Hünfeld) – wegen Notbremse.
