In einem rassigen Duell mit Chancen auf beiden Seiten hatten am Ende die Joker des Hünfelder SV das letzte Wort: Wenige Minuten vor dem Ende stand Max Lindemann richtig und verwertete einen Rebound nach einem Alu-Treffer zur 2:1-Führung. Lindemann war gerade erst für Kassa ins Spiel gekommen, in einer Phase, wo Fernwald vielleicht sogar etwas mehr auf den Sieg gedrückt hatte. Umso mehr Risiko mussten die Mittelhessen dann gehen – was Platz für Boas Kümmel ermöglichte, der ebenfalls wenige Minuten erst am Platz stand und diesmal von Lindemann bedient wurde.
„Schon beim Treffpunkt in Hünfeld haben wir uns eingeschworen und den Jungs mit auf den Weg gegeben, dass das heute wieder extrem viel Arbeit gibt“, sagte Coach Johannes Helmke und ergänzte: „Arbeit muss ja kein negativer Begriff sein – wie es im Beruf auch sein sollte, macht sie auch Spaß. Jeder hat heute Lust auf Verteidigen gehabt. Dass es dann so endet, ist natürlich überragend“. Der Trainer sah große Leidensfähigkeit in seinem Team, und hatte am Ende das goldene Händchen mit den Wechseln. Der Start mit dem zweiten Sieg in Folge erinnerte schon etwas an die Mega-Serie zu Beginn der Hinrunde: „Das freut mich für die Jungs einfach. Es war heute auch nicht einfach, in dieses Spiel reinzukommen. Ich wünsche mir, dass wir das die komplette Saison so durchziehen können“.
Der HSV verteidigte von Beginn an aufmerksam und hatte gerade die langen Bälle von Fernwald im Griff. Der FSV hatte mehr Ballbesitz, aber Hünfeld war bei Kontern brandgefährlich. Ein schöner Spielzug führte dann zur Führung durch Maxi Fröhlich, der eine klasse Flanke von Leon Zöll einköpfte. Umso ärgerlicher war aber der Ausgleich fast im Gegenzug, denn nur drei Minuten später trudelte ein Ball quer durch den Strafraum, Awed Issac Abeselom hatte keine Mühe und stellte auf 1:1. Helmke haderte: „Das war eigentlich gar keine Torchance, ein total dummes Ding“.
Wie die Gäste dann aber den Fokus behielten und das Spiel beim amtierenden Hessenliga-Meister um Trainer Daniel Steuernagel offen hielten, war umso bemerkenswerter. „Das spricht absolut für die Mannschaft“, lobte Helmke. Dennoch geriet Hünfeld unter Druck, Fernwald vergab Mitte der zweiten Halbzeit reihenweis Chancen, die ebenso die Führung hätten bringen können. Dann folgte der Pfostentreffer, den Lindemann verwertete. „Das war auch nicht einfach nur ein Abstauber – der war nicht so einfach. Aber das hat er klasse mit seiner Schusstechnik gemacht“, sagte Helmke. Gefeiert wurde noch bis abends, doch der Blick ging schon nach vorne. Nach diesen beiden Siegen freut sich der ganze HSV nun aufs erste Heimspiel in 2026.
FSV Fernwald: Sahin; Fernouchi, Bender (46. Fischer), Furkert, Woiwod, Tsuda (89. Nagano), Hahn (66. Krasniq), Purdak, Cloos (80. Ataka), Issac Abeselom, Hofmann.
Hünfelder SV: Maul; Kemmerzell, Zöll, Dücker, Paliatka jr. (90.+3 Kümmel), Uth (90. Häuser), Fröhlich, Gadermann, Trägler, Zentgraf, Kassa (81. Lindemann).
Schiedsrichter: Tobias Lecke (Bebra)
Tore: 0:1 Maximilian Fröhlich (32.), 1:1 Awed Issac Abeselom (35.), 1:2 Max Lindemann (83.), 1:3 Boas Kümmel (90.+5)
Zuschauer: 200
