Fußball 15.03.2026

Hessenliga – 90.+1: Gadermann hält Serie gegen Schlusslicht am Leben

Hünfeld (pf) – Das war eine ganz schwere Geburt: Der Hünfelder SV hat in letzter Minute den dritten Sieg nach der Winterpause in der Fußball-Hessenliga eingefahren. Nicht umsonst hatte Trainer Johannes Helmke aber schon vorab ein kniffliges Duell mit Schlusslicht Hanau 93 angekündigt, das sein HSV letztlich zuhause nach Rückstand umbiegen musste und erst in der Nachspielzeit über den 2:1 (0:0)-Siegtreffer jubeln konnte.

Marcel Dücker (links) und der HSV setzten sich am heimischen Kunstrasen gegen Hanau 93 durch. Foto: Christine Görlich

Begünstigt durch einen Platzverweis gegen Hanaus Joker Feselmayer, der gerade einmal eine halbe Stunde auf dem Platz stand, bekam der HSV nochmal Aufwind für die Schlussphase: In der Nachspielzeit flog dann ein indirekter Freistoß rein, mehrere Spieler waren mit dem Kopf dran, am Ende Aaron Gadermann, der die Kugel ins Tor bugsierte und die Hünfelder jubeln ließ. Wenig später war Schluss – und der dritte Sieg in Folge nach einer schwierigen Wintervorbereitung unter Dach und Fach.

„Die letzten Heimspiele in 2025 hatten an uns genagt, grade der späte K.o. gegen Stadtallendorf“, griff HSV-Coach Johannes Helmke noch ein „letztes Mal“ die Negativserie vor der Winterpause auf und war umso glücklicher, wie seine Mannschaft diese hinter sich ließ: „Die Jungs waren fleißig und motiviert“. Zwei Auswärtssiege gegen starke Gegner waren der Lohn zu Beginn der Restrunde, und umso schwieriger war nun die Aufgabe im ersten Heimspiel 2026: „Nach den beiden Spielen, wo es viel ums Verteidigen und Umschalten ging, kann man nicht erwarten, dass wir hier heute zaubern und den Gegner vorführen. Hanau ist mit einer sehr jungen Truppe nicht wie ein Tabellenletzter aufgetreten“, zollte er den Gästen Respekt.

Der älteste Fußballclub Hessens war von Beginn an frech auf dem Hünfelder Kunstrasen und setzte Nadelstiche, während das Aluminium das frühe 0:1 aus HSV-Sicht verhinderte. Doch die Gastgeber hatten optisch mehr von der Partie und viel Ballbesitz, trafen jedoch im letzten Drittel zu oft falsche Entscheidungen, klagte Helmke. „Wir wollten Ruhe bewahren und haben uns für die zweite Halbzeit dann ein noch höheres Tempo vorgenommen“.

Doch zunächst gab es einen kleinen Rückschlag: Bei einem Eckball war Hünfeld unsortiert, Hanaus Daniel Major konnte umzingelt von mehreren Gegenspielern zur Führung einschieben. „Das war total dämlich und eigentlich unerklärlich“, bemängelte Helmke, dessen Team aber eine umso stärkere Reaktion zeigte: Leon Zöll zirkelte einen Freistoß zum Ausgleich ins Tor, dann geriet Hanau in Unterzahl immer mehr unter Druck. „Am Ende war der Zeitpunkt auch glücklich, dennoch war der Sieg verdient“, befand Helmke und strahlte: „Für uns natürlich jetzt ein überragender Start. Es freut mich für die Jungs, dass sie sich belohnen und auch hier zuhause wieder einiges geraderücken konnten“.

Hünfelder SV: Maul; Kemmerzell, Zöll, Dücker, Paliatka jr., Uth, Fröhlich, Gadermann, Trägler (76. Kümmel), Zentgraf, Kassa (58. Lindemann).

Hanauer FC: Juricic; Belavskis, Menougong (11. Dramali), Baytug Garcia, Aamirach, Major, Zech (50. Feselmayer), Kraus, Toutoukpe, Akaouch (88. Sauna), Savas.

Schiedsrichter: Marcus Rolbetzki (Schröck)

Tore: 0:1 Daniel Major (66.), 1:1 Leon Zöll (72.), 2:1 Aaron Gadermann (90.+1)

Zuschauer: 280

Gelb-Rote Karte: Noel Feselmayer (Hanau, 79.)