„Wir bringen einmal im Monat junge Start-ups zusammen. Es mischen sich aber auch erfahrene Unternehmer darunter, die den Spirit mitnehmen oder weitergeben wollen“, erklärte Florian Albinger von der Wirtschaftsförderung Region Fulda. Im Mittelpunkt stehe der Austausch: „Nicht jeder braucht sofort eine Beratung. Manche brauchen einfach einen Mentor oder jemanden, der einen ähnlichen Fehler schon gemacht hat.“
Der Gründerstammtisch wurde gemeinsam mit IHK und Hochschule ins Leben gerufen. Die Locations wechseln monatlich. „Wir setzen als Wirtschaftsförderung sozusagen den Deckel oben drauf“, sagte Albinger. Neben einem Impuls oder Vortrag gehe es vor allem um Gespräche, Kontakte und mögliche Kooperationen.
Anknüpfen an den Erfolg von 2025
Im vergangenen Jahr konnte die Region Fulda beim Hessischen Gründerpreis in der Kategorie „Zukunftsfähige Nachfolge“ gewinnen. „Daran wollen wir anknüpfen. Wir wollen wieder Leute motivieren, sich zu bewerben“, betonte Albinger. Der Preis sei mehr als nur eine Auszeichnung: „Es geht nicht nur um Ruhm und Ehre, sondern um Netzwerk, Erfahrung und Sichtbarkeit.“
Besonders passend sei deshalb die diesjährige Location. Die Betreiber des Löwenherz-Stores wagten nach dem Aus der „Gummi“ den Schritt in die Selbstständigkeit. „Wo eine Tür zugeht, kann eine neue aufgehen“, sagte Albinger. Die Geschichte zeige, dass aus Unsicherheit neue Perspektiven entstehen könnten.
„Mut zeigen in schwierigen Situationen“
Elisabeth Neumann, Projektleiterin des Hessischen Gründerpreises, stellte das Format des Preises vor. Während der Bewerbungsphase tourt die „Roadshow“ durch ganz Hessen. „Ich finde es großartig, dass wir hier bei ganz frischen Gründern zu Gast sind“, sagte sie. Das zeige, „Mut zu haben – gerade in schwierigen Situationen“.
Der Hessische Gründerpreis verstehe sich als Netzwerkplattform. „Wir wollen junge Unternehmen sichtbar machen, vernetzen und für Unternehmertum werben“, erklärte Neumann. Wer sich bewerbe, werde Teil dieser Community – unabhängig vom späteren Abschneiden. „Mit der Bewerbung wird man Teil des Netzwerks. Wir bekommen Presseanfragen, empfehlen weiter, öffnen Türen“, erläuterte sie den anwesenden Interessierten.
Neben potenziellen Bewerbern waren auch frühere Teilnehmende und Preisträger vor Ort. „Diese Welten zusammenzubringen, ist uns wichtig“, so Neumann: „Man kann nur wenige gewinnen lassen. Aber viele profitieren vom Netzwerk.“
Plattform für Austausch und neue Ideen
Der Abend zeigte, wie groß das Interesse in der Region ist. Trotz vergleichsweise geringer Werbung hatten sich über 50 Personen angemeldet – von jungen Gründerinnen und Gründern bis hin zu Netzwerkpartnern.
Albinger sieht darin ein positives Signal: „Die Gründerszene in Fulda ist motiviert und mutig.“ Veranstaltungen wie der Gründerstammtisch böten die Chance, Kontakte zu knüpfen und neue Ideen zu entwickeln. Neumann formulierte es treffend: „Es ist für jeden einfach hilfreicher, wenn Menschen an einem Tisch zusammenkommen, die sich vorher vielleicht gar nicht kannten.“ Mit der Roadshow ist der Startschuss für die Bewerbungsphase 2026 nun offiziell in Fulda gefallen.
