Eröffnet wurde die Frauenwoche am Samstag, 7. März, mit einem Festakt im Fürstensaal des Stadtschlosses Fulda. Die Female-Leadership-Expertin, Keynote-Speakerin und Empowerment-Trainerin Kristin Henke hielt den Vortrag „Accelerate Visibility“ und gab Impulse, wie Frauen ihre Kompetenzen sichtbar machen und ihre Wirkung stärken können. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Duo lézarde. Bereits tags zuvor hatte Paulina Hauser mit ihrem Vortrag „Menschenrechtsverletzungen an Frauen“ einen wichtigen inhaltlichen Schwerpunkt gesetzt und aktuelle Entwicklungen aus sozialethischer Perspektive beleuchtet.
Ein zentrales Ereignis der Frauenwoche war die Kundgebung zum Internationalen Frauentag am 8. März auf dem Universitätsplatz. Mehr als 200 Menschen beteiligten sich und setzten ein Zeichen gegen Diskriminierung, soziale Ungleichheit und Gewalt. Anschließend zog ein Demonstrationszug durch die Fuldaer Innenstadt. Im Anschluss zeigte das Cinestar Fulda den Dokumentarfilm „Ein Tag ohne Frauen“, der den historischen Frauenstreik in Island im Jahr 1975 und seine gesellschaftlichen Auswirkungen thematisiert. Der Montag (9. März) stand dann unter dem Motto „Frauen, Politik und Frühstück“ im Hafen Lutherkirche. Neben einer Informationsveranstaltung für Existenzgründerinnen der IHK Fulda fand im Welcome In! ein Austausch zur psychischen Gesundheit von Frauen statt: „Mental Health is not Schickimicki – Die Basis für nachhaltige Stärke“.
Auch berufliche Orientierung war Teil des Programms. Bei der Beratung „Fit für den Wiedereinstieg ins Berufsleben“ unterstützte Petra Zentgraf Frauen mit individuellen Gesprächen bei der Planung ihrer beruflichen Zukunft.
Beim Akademieabend „Schön, aber bitte nicht zu sehr?“ zeigte Paulina Hiersch, wie äußeres Erscheinungsbild gesellschaftliche Wahrnehmung, Karrierechancen und Machtstrukturen beeinflussen kann.
Ein besonderes Highlight war die Ausstellung „Frauen schaffen Zukunft“ im Hauptgebäude der RhönEnergie Fulda. Dort präsentierten Fuldaer Unternehmen Frauen aus ihren Betrieben in lebensgroßen Porträts und machten ihre Rolle in unterschiedlichen Berufsfeldern sichtbar. Großen Zuspruch fanden auch die zahlreichen thematischen Rundgänge. Stadtführerin Petra Sorg führte zu historischen Frauenfiguren wie „Merga Bien“ und „Die Türmerin“. Der literarische Stadtspaziergang „Kleines Welttheater“ wurde von Karin Lauer-Schmaltz geleitet. Gudrun Jonas vom Soroptimist International Club Fulda stellte bei ihren Führungen die „Blauen Bänke“ vor. Die Führung „Pionierinnen in Loheland und ihre (Wohn-)Bauten“ wurde von Anett Matl von der Loheland-Stiftung gestaltet.
Auch kulturell war die Frauenwoche vielfältig. Die Historikerin Dr. Kerstin Wolff präsentierte die Lesung „Tomate, Fahrrad, Guillotine – Eine kurze Frauengeschichte in 30 Objekten“. Karin Lauer-Schmaltz las aus ihrem Programm „Von Kaffeeriechern, Nudelsalat und die Spucke des Teufels“ im Antonius Hofcafé. Im Mütterzentrum Fulda e. V. wurde das Schauspiel „Hannelore zwischen Kartoffelsalat und Mon Chéri“ gezeigt. Der Workshop „Starke Stimmen, freies Spiel – Improvisation für Frauen“ wurde von Katharina Happ vom Improtheater Fulda geleitet. Großen Zuspruch erhielten zudem der FemSlam im KUZ Kreuz, der Film „In die Sonne schauen“ im Kino 35 sowie das Konzert des Duos JUNIC – voice & bass mit Judith Erb (Gesang) und Nicole Badila (Bass) im Backstage Liveclub Fulda.
Auch Themen wie Gesundheit und Bewegung waren Teil der Frauenwoche. Frauenfrühstücke, Workshops zur zyklusbezogenen Ernährung von Amelie Hellmann und Lena Limpert sowie Sportangebote wie Yoga, Gymnastik, Aerobic und Zumba boten Möglichkeiten zum Austausch und zur gemeinsamen Aktivität. Den Abschluss bildete das Tanz-Event „Tanz und Genuss: Ein Abend voller Rhythmus und Gemeinschaft“ der AWO.
Katharina Roßbach, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Fulda, zog eine positive Bilanz der 36. Fuldaer Frauenwoche: „Die Frauenwoche lebt von ihrer Vielfalt. Die unterschiedlichen Formate schaffen Räume für Austausch, Begegnung und Diskussion. Gleichzeitig ist es uns wichtig, Frauen sichtbar zu machen und ihre Perspektiven stärker in die Öffentlichkeit zu bringen.“ Mit ihrem vielfältigen Programm habe die Fuldaer Frauenwoche erneut zahlreiche Menschen erreicht und gezeigt, wie groß das Interesse an Austausch, Information und kulturellen Angeboten rund um Gleichstellung und gesellschaftliche Teilhabe sei.
