Lokales FD 24.03.2026

Gemeinschaft und Begegnung: Caritas weiht Gebäudekomplex ein

Fulda – Von Janosch Hensel – Mit einer feierlichen Veranstaltung am Montagnachmittag hat der Caritasverband der Diözese Fulda den neuen Gebäudekomplex, bestehend aus Wohnheim und Stadtteil-Bibliothek, in Fulda-Galerie offiziell eingeweiht. Zahlreiche Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft waren gekommen, um das Projekt zu würdigen, das Wohnen, Bildung und soziale Teilhabe auf besondere Weise miteinander verbindet.

Foto: Janosch Hensel

Im Mittelpunkt steht das sogenannte „Haus Klara“, ein modernes Wohnhaus für Menschen mit Behinderungen. Insgesamt 15 Plätze sind hier entstanden – 14 dauerhafte Wohnplätze sowie ein Gästezimmer für vorübergehende Aufnahmen. Die Bewohnerinnen und Bewohner waren bereits im November 2025 in den Neubau eingezogen, der eine ältere Einrichtung in der St.-Vinzenz-Straße ersetzt. Dort entsprach die Wohnsituation mit Doppelzimmern und Gemeinschaftsbädern nicht mehr heutigen Standards. Im neuen Gebäude hingegen verfügt jede Bewohnerin und jeder Bewohner über ein eigenes Zimmer mit Bad. Ergänzt wird dies durch großzügige Gemeinschaftsbereiche, die ein Zusammenleben in familiärer Atmosphäre ermöglichen. Ziel ist es, Selbstständigkeit zu fördern und gleichzeitig Gemeinschaft erlebbar zu machen. Fachkräfte der Caritas begleiten den Alltag, unterstützen bei der Organisation des täglichen Lebens und fördern die Teilhabe – etwa durch gemeinsame Aktivitäten oder Mobilitätstrainings. Neben dem Wohnhaus ist ein zweites Gebäude entstanden, das eine öffentliche Stadtteilbibliothek sowie drei sozial geförderte Wohnungen beherbergt. Die Bibliothek wurde bereits Anfang 2025 bezogen und im Sommer eröffnet, die Wohnungen sind seit Januar 2025 vermietet. Die zentrale Lage – in unmittelbarer Nähe zu Schule, Kita und weiteren Einrichtungen – trägt dazu bei, dass sich der Komplex fest im Stadtteil verankert.

Caritas-Diözesandirektor Dr. Markus Juch zeigte sich bei der Einweihung sichtlich bewegt über die große Resonanz: „Wir freuen uns wirklich, dass Sie heute so zahlreich erschienen sind. Das zeigt auch die Wertschätzung für das, was hier gemeinsam entstanden ist.“ Besonders begrüßte er die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses sowie deren Angehörige und Mitarbeitende. Zugleich betonte er den gemeinschaftlichen Charakter des Projekts: „Gemeinschaftliches Leben, Eigenständigkeit fördern, Teilhabe am Stadtteil – das sind zentrale Ziele, die wir hier verwirklichen.“ Auch Caritas-Finanzvorstand Ansgar Erb blickte auf die Entstehungsgeschichte zurück. Der Weg bis zur Realisierung sei lang gewesen, insbesondere die Suche nach einem geeigneten Grundstück. Umso größer sei die Dankbarkeit gegenüber der Stadt Fulda, die schließlich das passende Areal zur Verfügung stellte. „Es ist ein wunderbares, traumhaftes Grundstück mit idealer Infrastruktur“, sagte Erb. Besonders hob er hervor, dass sich aus der Zusammenarbeit mit der Stadt die Idee für die Kombination aus Wohnhaus, Bibliothek und sozialem Wohnungsbau entwickelt habe. Dass dieses Konzept aufgegangen ist, zeigt sich im Alltag: Die Bibliothek wird rege genutzt, insbesondere von Kindern und Familien aus dem Stadtteil. Gleichzeitig profitieren auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses Klara von der unmittelbaren Nähe und den Begegnungsmöglichkeiten.

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld würdigte das Projekt als echtes Gemeinschaftswerk: „Das ist etwas ganz Besonderes – nicht nur Wohnraum, sondern ein Ort, an dem Menschen miteinander leben und sich begegnen.“ Die Idee zur Stadtteilbibliothek sei aus dem Stadtteil selbst entstanden und gemeinsam mit der Caritas weiterentwickelt worden. „Es kommt nicht nur auf Gebäude an, sondern auf das Miteinander“, betonte Wingenfeld. Sein Dank galt allen Beteiligten, die zur Umsetzung beigetragen haben. Auch Vertreter aus Landespolitik und Kirche unterstrichen die Bedeutung des Projekts. Die Vorsitzende des Katholikenrates, Stefanie Klee, und Landtagsabgeordneter Thomas Hering sowie weitere Gäste nahmen an der Einweihung teil. Hering sprach von einer „herrlichen Symbiose“ aus Rückzugsort und Begegnungsstätte und hob die soziale Bedeutung hervor: „Das stärkt den Zusammenhalt und sorgt dafür, dass niemand durchs Raster fällt.“ Architekt Markus Swoboda erinnerte daran, dass das Projekt über mehrere Jahre hinweg gemeinsam entwickelt wurde – in enger Abstimmung zwischen Caritas, Stadt und zahlreichen weiteren Beteiligten. „Man sieht, was entstehen kann, wenn viele gemeinsam an einem Strang ziehen“, sagte er.

Die Baukosten für den gesamten Komplex beliefen sich auf rund 3,62 Millionen Euro. Finanziell unterstützt wurde das Vorhaben unter anderem von der Stadt Fulda, dem Land Hessen und der Aktion Mensch. Einen erheblichen Anteil trug die Caritas selbst. Am Ende der Feier stand die offizielle Segnung der Gebäude – ein symbolischer Akt, der die Verbindung von sozialem Engagement und christlichem Selbstverständnis unterstrich. Vor allem aber wurde deutlich: In der Fulda-Galerie ist ein Ort entstanden, an dem das Motto „Zusammen geht was“ ganz konkret gelebt wird.

Einweihungsfeier der neuen Caritas-Gebäude. Fotos: Janosch Hensel