„Es war schon immer ein Traum von mir“, erzählt Gaul im Gespräch mit der Osthessen-Zeitung. „In den letzten sieben Jahren habe ich mich immer mal umgeschaut. Jetzt, mit 31, gehe ich den Schritt in die Selbstständigkeit – während viele meiner Freunde Familien gründen, erfülle ich mir meinen Traum von einer Bierbar. Die Hochzeitskosten gehen für den Traum drauf“, sagt sie voller Überzeugung und mit einem Schmunzeln. Der Start war gut planbar: „Die Vermieter sind großartig, die Kosten machbar, Familie und mein ehemaliger Chef haben mich unterstützt – mein Bauchgefühl hat sofort Ja gesagt.“
Die Bar setzt auf skandinavisch-minimalistisches Design, ganz ohne klassischen Kneipenflair. Sie befindet sich noch im Rohbau und strahlt viel DIY-Charakter aus, den Gaul mit Leidenschaft und handwerklicher Unterstützung ihres Vaters gestaltet. Ab Ende März soll hier ein Treffpunkt entstehen, der nicht nur echte Bierliebhaber anzieht. Die Besucher können aus einer bunten Auswahl ihr Bier selbst aussuchen und neue Sorten testen: Vier Zapfhähne stehen bereit – drei Standardbiere und ein wechselndes Spezial- oder Monatsbier. Kreative Varianten wie Bier nach Aperol-Art oder Bier nach Sekt-Art runden das Angebot ab. Gaul hat bereits in Schweden gearbeitet und viele Ideen mitgebracht: „Mir ist es wichtig, zu zeigen, was Bier und die Brauerinnen draufhaben. Bei mir können Frauen ein gutes Bier genießen oder Männer ein naturtrübes Radler – weg vom Bier-Klischee.“
Auch Tastings und Veranstaltungen sollen künftig stattfinden – alles in Eigenverwaltung. „Ich möchte allen die Möglichkeit geben, ihr Bier zu präsentieren“, erklärt Gaul mit Blick auf die vielen Bekanntschaften und Freundschaften, die sie in der Bier-Szene geknüpft hat. Inspiration für die noch rohebauartige Kneipe kommt aus der Familie: „Mein Papa ist handwerklich begabt, ich habe meiner Oma in ihrer Dorfkneipe geholfen, und nach dem Abitur habe ich die Ausbildung zur Brauerin gemacht. Fulda ist meine Heimat geworden, hier möchte ich etwas zurückgeben – am besten am Tresen.“
Geöffnet wird zunächst Mittwoch bis Sonntag, während des Hessentags sogar täglich. Gaul plant, die Bar auch auf Instagram ausführlich zu präsentieren und die Sommer-Tage zu einem Treffpunkt für Bierliebhaber zu machen. „Die Gefühlslage ist mehr als positiv – ich werde mir bestimmt noch ein Bier öffnen“, sagt sie lachend.
Mit ‚Zum Brauereigaul‘ bekommt Fulda diesen Sommer einen neuen, lebendigen Treffpunkt – voller Leidenschaft, Handwerk und guter Stimmung. Hinter dem Namen und dem Projekt steht hundertprozentig ich selbst“, sagt Gaul voller Vorfreude auf die kommende Zeit.
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