Bemerkenswert: Morlang betreibt den Ringsport erst seit knapp zwei Jahren bei der SG Frischauf Fulda. Dennoch kämpfte sich der talentierte Nachwuchsathlet mit drei überzeugenden Siegen bis ins Finale vor.
Bereits am Freitagabend gelang ihm ein starker Auftakt. Morlang setzte sich sicher nach Punkten gegen den Vize-Deutschen Meister des Vorjahres, Vladimir Stepanschi vom ASV Griesheim, durch. In der zweiten Runde wartete mit Dominik Seidl aus Nendingen ein älterer und erfahrener Gegner. In einem intensiven Duell zeigte der Fuldaer erneut seine Stärke im Standkampf, ließ aber auch in der Bodenlage keine Gegenwertungen zu und gewann die Begegnung verdient mit 7:2.
Seine wohl beeindruckendste Leistung zeigte Morlang jedoch im dritten Vorkampf um den Finaleinzug. Dort traf er auf David Lai vom ASV Vörstetten – ebenfalls ehemaliger deutscher Vizemeister und bislang ein Angstgegner für den Fuldaer. In den drei vorherigen Aufeinandertreffen, unter anderem beim Wild Division Cup in Fulda, beim Römercup in Ladenburg 2025 sowie beim DRB-Sichtungsturnier in Hohenlimburg im Januar 2026, hatte Morlang jeweils das Nachsehen gehabt.
Auch diesmal geriet er zunächst mit 0:1 in Rückstand. Doch der Frischaufer fand zurück in den Kampf und drehte die Begegnung mit zwei spektakulären Aktionen zu einer 5:1-Führung. Lai startete in der Schlussphase noch mehrere Angriffe und verkürzte kurz vor dem Schlussgong auf 5:3 – Morlang brachte den Vorsprung jedoch über die Zeit und zog ins Finale ein.
Am Sonntagmorgen wartete im Goldkampf mit Hamza Ayaz vom SV Triberg der amtierende Deutsche Meister der U17 aus dem Jahr 2025. Morlang begann auch dieses Duell sehr aktiv, dominierte zunächst den Standkampf und erhöhte kontinuierlich den Druck. Dennoch wurde dem Fuldaer eine angeordnete Bodenlage ausgesprochen, aus der sein Gegner die entscheidenden Punkte erzielen konnte. Am Ende musste sich Morlang geschlagen geben – die Silbermedaille blieb jedoch als herausragender Erfolg.
Für den erst 14-jährigen Fuldaer ist der Vizemeistertitel ein beeindruckender Beleg seiner rasanten Entwicklung. Gleichzeitig war seine Silbermedaille die einzige Auszeichnung für das 14-köpfige Team Hessen bei dieser Meisterschaft.
Für die noch junge Ringerabteilung der SG Frischauf Fulda bedeutet der Erfolg bereits die zweite deutsche Meisterschaftsmedaille der Vereinsgeschichte. Nach der Silbermedaille von Ruslan Veliev in den vergangenen Jahren bestätigt Morlangs Erfolg die kontinuierliche Aufbauarbeit im Verein. Seit 2023 schaffen es Fuldaer Ringer regelmäßig unter die Top sechs bei nationalen Meisterschaften.
Neben Morlang waren auch seine Vereinskollegen Ruslan Veliev und Andrej Savin in Luckenwalde am Start. Savin musste den Wettkampf nach einer Verletzung leider vorzeitig abbrechen. Veliev wiederum kam mit den hohen Erwartungen als Titelkandidat offenbar nicht ganz zurecht und schied nach zwei unerwarteten Niederlagen erstmals bei einer Deutschen Meisterschaft vorzeitig aus.
Zeitgleich startete mit Navid Safawi ein weiterer Fuldaer Nachwuchstalent bei den U17-Deutschen Meisterschaften im Freistil in Aschaffenburg. Bei seiner ersten DM-Teilnahme konnte Safawi einen Kampf gewinnen, musste jedoch zwei Niederlagen hinnehmen und schied ebenfalls vorzeitig aus.
Trotzdem ziehen die Verantwortlichen der SG Frischauf Fulda ein äußerst positives Fazit. Noch nie zuvor hatte der Verein vier männliche Athleten gleichzeitig bei einer U17-Deutschen Meisterschaft am Start.
Und die nächsten Premieren stehen bereits bevor: Bei den Deutschen Meisterschaften der weiblichen U14 in Frankfurt (Oder) werden mit Emily Shebelyan und Alicia Berthold erstmals zwei Ringerinnen aus Fulda teilnehmen. Insgesamt wird die SG Frischauf Fulda damit in diesem Jahr sechs Sportlerinnen und Sportler bei Deutschen Meisterschaften stellen – ein starkes Zeichen für die kontinuierliche Nachwuchsarbeit im Verein.
