Fußball 04.03.2026

Frauen-WM-Qualifikation – Shekiera Martinez verdient sich Applaus

Dresden (pf) – Das erhoffte Tor fehlte, doch die gebürtige Fuldaerin Shekiera Martinez dürfte nun endgültig in der Frauenfußball-Nationalmannschaft angekommen sein: Ihr dritter Einsatz am Dienstagabend im DFB-Dress war gleichzeitig ihr Startelfdebüt, sie wirbelte beim WM-Quali-Spiel gegen Slowenien in Dresden (5:0) über eine Stunde lang.

Foto: DFB

65 Minuten stand Martinez als Stürmerin auf dem Rasen, setzte dabei immer wieder Akzente. Die 24-Jährige von West Ham United hatte sich ihren ersten Startelf-Einsatz verdient, nachdem der Rückrundenstart auf der Insel gelungen war: Vier Einsätze und drei Tore verbuchte Martinez für den aktuellen Zehnten der WSL. ARD-Expertin Almuth Schult nannte sie im TV-Vorlauf zum Spiel schnell und abschlussstark, mit viel Durchsetzungsvermögen.

Und nachdem Slowenien in den ersten Minuten zweimal gefährlich wurde und Deutschland durchaus Glück mit Abseits-Pfiffen hatte, war es Martinez, die den ersten Abschluss für die DFB-Elf verbuchte und aus spitzem Winkel mit rechts an der Torhüterin scheiterte (5.). Die ehemalige Gläserzeller Spielerin wirkte quirlig, motiviert und vielseitig. Kurz darauf sorgte Vivien Endemann für die Führung und das erste „Völlig losgelöst“ im Rudolf-Harbig-Stadion. Martinez hatte dann sogar den Ball per Kopf im Tor untergebracht, jedoch gab es zuvor eine Abseitsstellung bei einer Freistoßsituation (10.). Doch sie gab nicht auf, wurde nochmal im Strafraum geblockt (17.), ließ sich immer wieder fallen und holte sich Bälle ab. Der Sturmlauf der DFB-Elf, die zur Pause 2:0 führte, ließ mit der Zeit etwas nach, doch nach dem Seitenwechsel ging es offensiv weiter. Die Bremerin Larissa Mühlhaus, die beim U23-Länderspiel vergangenes Jahr in Fulda noch für Aufsehen sorgte, traf wenige Minuten nach ihrer Einwechslung beim A-Nationalmannschafts-Debüt zum zwischenzeitlichen 4:0. Noch einmal versuchte es Martinez per Dribbling (64.), dann war ihr Arbeitstag beendet und sie machte Platz für die erfahrene Lea Schüller (66.). Applaus gab es dennoch von den Teamkolleginnen und von den Tribünen.

Frauen-Bundestrainer Christian Wück wurde nach dem Spiel im Interview auf das eine oder andere „Experiment“ angesprochen, und bezog die Stürmerposition mit ein: Martinez habe „ihre Situationen gehabt und war viel unterwegs. Sie hat in England bewiesen, dass sie Tore schießen kann. Leider hat sie sich heute nicht belohnt“. Es zeige ihm aber, dass es viele Alternativen in der Spitze gebe – vielleicht bekommt Martinez ja beim nächsten Quali-Spiel kommenden Samstag in Norwegen die nächste Chance.