SG Barockstadt – TSG Lütter 2:0 (0:0)
Und wäre der Derby-Termin nicht Anfang März gewesen, hätten die Frauen womöglich sogar im Stadion nebenan gespielt: Die Überlegung gab es diese Woche, jedoch wurde diese mit Rücksicht auf den Rasen in der Johannisau wieder verworfen. Die Zuschauer wollten dennoch Frauenfußball nach der Winterpause sehen, viele kamen nach dem Sieg der Barockstadt-Männer rüber und sahen die erste Niederlage der TSG Lütter in dieser Saison. „Dass du irgendwann mal verlierst, war klar. Natürlich möchte man ein Derby nicht verlieren, aber auch Glückwunsch an die SG Barockstadt, sie haben sich richtig ins Zeug gelegt heute. Wir haben jetzt viel Arbeit, wieder in die Saison reinzukommen“, sagte Gäste-Trainer Jürgen Auth fair nach dem Spiel, fügte aber an: „Es ist erstmal nichts passiert“. Denn Lütter ist weiterhin Tabellenführer und will den Blick nun nach vorne richten.
Ganz anders war die Stimmung bei Darius Giemza und der SG Barockstadt: Der Coach feierte einen gelungenen Einstand und freute sich: „Es war ein sehr gutes Hessenliga-Spiel. Beide haben sich lange Zeit neutralisiert, wobei wir die besseren Chancen hatten. Am Ende ist dann vielleicht auch einer reingegangenen, weil wir uns das seit Wochen hart erarbeitet haben. Schon in der Vorbereitung hatten wir einen klaren Plan und waren heute galliger in den Zweikämpfen“.
Spät fielen die Siegtreffer für die Barockstadt allerdings – und ein bisschen Glück gehörte auch dazu: Ann-Marit Herzig ließ die Fuldaerinnen eine gute Viertelstunde vor Schluss jubeln. „Danach haben wir aufgemacht und mit drei Stürmerinnen gespielt“, sagte Lütters Trainer Auth – die SGB konterte sich noch zum 2:0. Schon in der ersten Hälfte war es ein ausgeglichenes Duell, in dem sich beide Teams kaum etwas schenkten. Auth war dann der Ansicht, „dass wir noch eine Schippe drauflegen können. Wir haben ein bisschen was verändert und gewechselt, aber sind im Angriff nicht richtig ins Spiel gekommen“. Auf der anderen Seite war die TSG-Defensive aber auch lange auf der Höhe – ehe mit dem 1:0 das Spiel zugunsten der SG Barockstadt kippte.
Barockstadt: Herbert; Schulte (46. Herzig), Schmidt, Zura, Kolbe, Ostertag, Willmer (30. Wurm), Schlott, Dieringer (59. Roth), Krug, Hohmann.
Lütter: Schaab; Beck (88. Maikranz), Bahr, Reith, Spilke, Lorenz (46. Dechant), Grosser, Klaus (46. Schöppner), Faulstich, Bott, Pompetzki (74. Hahn).
Tore: 1:0 Ann Marit Herzig (76.), 2:0 Alicia Schmidt (90.+3)
Zuschauer: 350
SG Egelsbach – TSV Pilgerzell 4:0 (2:0)
Der TSV Pilgerzell wiederum hat auch nach der Winterpause einen schweren Stand in der Frauenfußball-Hessenliga: Das Tabellenschlusslicht schlug sich am Samstag bei der SG Egelsbach wacker und war mit der 0:4 (0:2)-Auswärtsniederlage unter Wert geschlagen.
„Der Kader war mega dünn, und vom Ergebnis her klingt es deutlicher, als es war. Wir hatten immer wieder Phasen, wo wir Druck auf Egelsbach ausgeübt haben“, bedauerte Pilgerzells Trainer Knut Seuring nach dem Auftakt in die Restrunde: „Das Spiel ging hin und her, wir haben es aber verpasst, aus vier, fünf Chancen mal ein Tor zu machen. Das muss man heute ankreiden“.
Im Gegensatz zu Pilgerzell präsentierte sich der Gastgeber dahingehend kaltschnäuziger vor dem Tor und traf zweimal pro Spielhälfte. Der Kader des TSV gab mit zwei Auswechselspielerinnen dann aber auch nicht mehr viele Möglichkeiten her, um zu reagieren. Für den Rest der Saison gilt dennoch weiterhin die Devise, das „Maximale rauszuholen“, auch im Sinne des Wettbewerbs. Der TSV steht mit vier Zählern am Tabellenende und müsste mindestens drei der letzten zehn Spiele gewinnen, um überhaupt nochmal am rettenden Ufer schnuppern zu können. Aber: Jetzt warten mit Dortelweil und Marburg der Tabellenzweite und -dritte.
Pilgerzell: Kröhling; Worch, R. Barth, Leonangeli, Steinert, Schneider, Schad, Gruner, E. Barth, Wilde, Ilic (52. Rumpf, 67. Trautmann).
Tore: 1:0 Damla Bulut (22.), 2:0 Jana Haller (35.), 3:0 Katharina Jacobs (67.), 4:0 Maya Lang (79.)
Zuschauer: 60
