Seit fast 100 Jahren betreibt die Evangelische Altenhilfe Gesundbrunnen das Evangelische Alten- und Pflegeheim Haus Emmaus in Fulda. Die Einrichtung verfügt über 45 vollstationäre Pflegeplätze sowie eingestreute Kurzzeitpflegeplätze und liegt in bester Lage am Gerloser Weg direkt am Frauenberg. Das Haus ist in der Region bekannt und geschätzt. Gleichzeitig ist die Einrichtung aufgrund ihrer baulichen Struktur deutlich in die Jahre gekommen. Bereits seit mehreren Jahren wurde deshalb intensiv nach einem geeigneten Ersatzstandort gesucht.
Übernahme besiegelt
Nach ausführlichen Verhandlungen zwischen dem Insolvenzverwalter der Familienstiftung Pokrzewinski, Dr. Jan Markus Plathner von der Kanzlei Brinkmann & Partner, als Eigentümerin des Quartiers in Dipperz, und dem evangelischen Träger ist nun eine Lösung gefunden worden, die sowohl einen Ersatz für das bisherige Haus in Fulda darstellt als auch neue Möglichkeiten in der Region eröffnet.
In einer geplanten Restbauzeit von rund zwölf bis 15 Monaten sollen am Standort in Dipperz insgesamt 60 Pflegeplätze entstehen. Zusätzlich ist der Aufbau einer solitären Tagespflege mit 18 Plätzen vorgesehen. Dieses Angebot soll insbesondere Menschen aus Dipperz und dem näheren Umfeld unterstützen. Damit entsteht ein Pflegeangebot, das stationäre Pflege, Kurzzeitpflege und Tagespflege sinnvoll miteinander verbindet.
Pflegezentrum als Teil eines Quartiers
Ein weiterer besonderer Aspekt des Projekts ist die Einbindung in ein bereits bestehendes Quartier. Vor Ort sind schon heute eine Apotheke sowie die Bäckerei Happ mit einer Cafeteria angesiedelt. Darüber hinaus gibt es heimverbundene Wohnungen, die ebenfalls von der Evangelischen Altenhilfe betrieben werden. Ein Teil dieser Wohnungen ist bereits belegt. Die aktive Vermietung der weiteren, bereits fertiggestellten Wohnungen soll zeitnah beginnen.
Großzügiges Platzangebot und moderne Gestaltungsmöglichkeiten
Das künftige Pflegezentrum wird konsequent an modernen Standards ausgerichtet. Der stationäre Bereich umfasst ausschließlich Einzelzimmer, die komfortabel ausgestattet sind und sich auf zwei Wohnbereiche verteilen.
Ein großzügiges Raumangebot – insbesondere bei den gemeinschaftlich genutzten Flächen – bietet gute Gestaltungsmöglichkeiten für das Leben im Quartier. Die Architektur soll sowohl Privatsphäre für die Bewohnerinnen und Bewohner als auch Begegnungsräume für gemeinschaftliche Aktivitäten schaffen.
Nach Abschluss der Bauarbeiten werden die Belegschaft sowie die Bewohnerinnen und Bewohner aus dem bisherigen Haus Emmaus am Gerloser Weg nach Dipperz umziehen. Dort entsteht ein modernes Pflegezentrum mit Blick auf die Rhön.
„Ich freue mich sehr darüber, dass es mit der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen einen Investor in Dipperz gibt, der den Standort fertigstellt und Perspektiven für alte und neue Bewohner sowie für die gesamte Region schafft“, erklärt Insolvenzverwalter Dr. Jan Markus Plathner.
Diakonische Pflege in der Region
Auch beim Träger selbst zeigt man sich erleichtert über die gefundene Lösung. „Ich bin sehr froh, dass wir nach langen Verhandlungen zu einer guten Lösung gelangt sind. Wir freuen uns darauf, das Projekt gemeinsam mit den bisher am Bau beteiligten Firmen aus der Region fertigstellen zu können“, sagt Ralf Pfannkuche, kaufmännischer Vorstand der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen.
Pfannkuche dankte zudem Landrat Bernd Woide für die Unterstützung bei der Absicherung der Refinanzierung sowie den Partnern TK Finanzgruppe, der Wirtschaftskanzlei Grüter und Treugeno Kassel für die gute Zusammenarbeit.
Mit der Übernahme des Pflegezentrums „Am Holzbach“ setzt die Evangelische Altenhilfe Gesundbrunnen ein deutliches Zeichen: Die diakonische Pflege soll in der Region Fulda nicht nur erhalten bleiben, sondern aktiv weiterentwickelt werden – in modernen Strukturen, mit erweiterten Angeboten und in einem Quartier, das Versorgung und gemeinschaftliches Leben miteinander verbindet.
Info: Evangelische Altenhilfe Gesundbrunnen
Die Evangelische Altenhilfe Gesundbrunnen ist der größte diakonische Altenhilfeträger der Region. Sie betreibt 21 stationäre Altenpflegeeinrichtungen, sieben ambulante Dienste sowie neun Tagespflegeeinrichtungen und Servicewohnungen an insgesamt 20 Standorten in Nord- und Mittelhessen sowie im westlichen Thüringen.
Am Hauptstandort Hofgeismar unterhält die Evangelische Altenhilfe zudem ein eigenes Aus- und Fortbildungszentrum, in Kassel betreibt sie außerdem ein Hospiz. Mit insgesamt rund 2000 Mitarbeitenden unterstützt der Träger fast ebenso viele pflege- und hilfsbedürftige Menschen in der Region. Im Mittelpunkt steht dabei der Wahlspruch: „Menschlichkeit pflegen".
