Lokales FD 12.03.2026

Endgültiges Rädchen-Aus spätestens Ende Juni – Zukunftspläne

Fulda (pf/jah) – Mit Spannung erwartet wurde die Pressekonferenz vor dem „Rädchen“ in Fuldas Bermudadreieck: Abdulkerim Demir, Mitinhaber der Immobilie, wollte über die Zukunftspläne informieren. Die Betreiber des „Goldnen Rads“ waren selbst gespannt, was mit ihrem Lokal passieren soll, das entgegen erster Meldungen vom Winter weiterhin noch geöffnet hat (update).

Fotos: Janosch Hensel

Abdulkerim Demir

Betreiber Jonas Sporer (links)

Und das Rädchen bleibt bis zum Sommer wohl auch geöffnet: Demir und die Hochstift Brauerei als Pächter hätten sich auf eine Einigung für den 30. Juni 2026 verständigt, das wurde auch vom Anwalt der Brauerei bestätigt. Sie würden weiterhin auf eine Herausgabe des Schlüssels verzichten, wenn das Objekt bis Ende Juni geräumt ist. Auf die Brauerei würden durch Pachtausfall und weitere Punkte „erhebliche Schadensersatzkosten“ zukommen, hieß es. Demir betonte außerdem, dass es nach diesem Termin keine weiteren finanziellen Forderungen an die bisherigen Betreiber geben solle. Zugleich stellte er klar, dass aus seiner Sicht kein langfristiger Pachtvertrag über mehrere Jahre bestehe: „Uns ist kein Vertrag bekannt, der bis 2028 laufen soll.“

Den Plan für die Zukunft schilderte Demir so: Das Objekt soll kernsaniert und modernisiert werden, neben Gastronomie soll bezahlbarer Wohnraum unter anderem für Studierende entstehen. „Dieses Ensemble hat eine lange Geschichte als Wohn- und Geschäftshaus – und in diesem Rahmen soll es auch wieder entwickelt werden“, erklärte Demir. Die Gastro werde dem Bild des Bermuda-Dreiecks entsprechen und das Gesamtbild der Altstadt solle verbessert werden. „Wir wollen hier nichts Gebietsfremdes ansiedeln, sondern jemanden finden, der diese Kultur des Bermudadreiecks fortführt.“ Die Kosten seien „hoch“ – wie hoch genau, konnte noch nicht genannt werden.

Darüber hinaus wird Demir die Gastronomie nach eigenen Angaben nicht selbst betreiben, sondern aus den Bewerbern „gründlich“ auswählen. „Wir werden den Betrieb nicht selbst führen, sondern die Vermietung nach der Sanierung ausschreiben“, sagte Demir. „Dann werden wir aus den Bewerbern jemanden auswählen, der zu diesem Ort passt.“ Auch die bisherigen Betreiber Jonas Sporer und Karl Munzinger könnten sich erneut bewerben: „Sie können sich selbstverständlich wieder bewerben – das schließen wir nicht aus“ – dazu dürfte es aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht kommen. Sporer richtete beispielsweise die Frage an Demir, warum das Gebäude nicht zunächst weiterbetrieben werden könne, bevor eine Sanierung beginne. „Das Haus steht seit fast drei Jahren so da, es regnet nicht rein – das Dach hält noch. Dass da jetzt Gefahr im Verzug ist, schließe ich aus“, sagte er. Demir entgegnete, ihm lägen andere Informationen über den Zustand des Gebäudes vor. Er müsse sich ein vollständiges Bild verschaffen und das Gebäude gemeinsam mit Architekten und Fachleuten prüfen. Wie genau die Pläne letztlich aussehen werden, ist derzeit noch offen. Klar ist bislang nur: Spätestens Ende Juni soll das „Rädchen“ schließen, danach beginnt für das Gebäude ein neues Kapitel – und auch für die bisherigen Eigentümer. „Es ist einfach schade, dass ich jetzt das zu Grabe tragen darf, was meine Eltern aufgemacht haben“, konstatierte Jonas Sporer.

Neben Abdulkerim Demir als neuem Inhaber sowie den aktuellen Betreibern und Pressevertretern versammelten sich im Zuge der Pressekonferenz auch zahlreiche Interessierte vor der Örtlichkeit, die dem Gespräch lauschten – und vereinzelt Zweifel zum Ausdruck brachten, inwiefern das mit Spannung erwartete neue Konzept Demirs die Bürgerinnen und Bürger der Stadt überzeugt, nachdem mit dem Rädchen eine Institution der Barockstadt seine Pforten schließen muss.

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