Bei der Übernahme des PopUp-Stores vor rund einem Jahr seien lediglich 14 externe Marken vertreten gewesen – darunter auch Kunze selbst. „Ich war als Händler hier und habe Handwerkskunst aus fernen Ländern angeboten“, erklärte der gebürtige Fliedener. Er musste zunächst viel Überzeugungsarbeit leisten, um die Anzahl der Partner wieder zu erhöhen. Innerhalb eines Jahres habe sich die Zahl der Aussteller nun mehr als verdreifacht. Das Ergebnis ist eine enorme Vielfalt: Das Angebot reicht von regionalen Produkten und kulinarischen Spezialitäten aus Fulda über globale Handwerkskunst bis hin zu Mode und Accessoires. Zudem gibt es einen Goldhandel sowie eine Kunst- und Galeriefläche.
Das Besondere: Wer sich bei Kunze einmietet, muss nicht zwingend selbst vor Ort sein – den Verkauf wickelt das Team des PopUp Stores direkt ab. Ein flexibles System, das den Händlern den Einstieg erleichtert. Diese zahlen eine Miete sowie eine Provision auf die Verkäufe. Kunze selbst mietet die Flächen von der Stadt an. Eine Förderung gab es, sie ist jedoch im vergangenen Jahr ausgelaufen. Den aktuellen Erfolg erklärt der Geschäftsführer so: „Ich bin kein reiner Flächenvermieter; da ich selbst Händler bin, habe ich einen ganz anderen Fokus.“ Zu den Kunden zählt Kunze eine breite Vielfalt an Personen: „Es gibt ganz viel Kunden, die aus der Region sind, Touristen, die so ein System noch gar nicht kennen, Menschen, die einfach gerne stöbern und für viele steht auch der Nachhaltigkeitsgedanke im Vordergrund.“
Für den bevorstehenden Hessentag in Fulda werden die Händler vorübergehend ihre Flächen räumen – doch das ist erst der Anfang. Nach dem Event ist ein neuer Ladenbau geplant, der die Optik des ehemaligen Kaufhauses Kerbers hinter sich lassen soll. „Wir bauen neue Stände, was die Übersichtlichkeit für die Kunden deutlich verbessert und es den Händlern ermöglicht, ihre Ware ansprechender zu präsentieren“, erklärt Kunze. Eine Gastronomie soll ebenfalls entstehen. Auch das Workshop-Programm soll fortgeführt werden. „In der Vergangenheit gab es hier oft Angebote für Kinder“, so Kunze weiter. Um das Konzept zukunftssicher aufzustellen, soll das Einkaufserlebnis durch einen neuen Online-Auftritt digital erweitert werden. Kunze betont: „Ich denke, es ist essenziell, eine digitale Sichtbarkeit zu generieren und die Händler auch online zu bündeln.“
