Tischtennis 28.03.2026

Bundesliga – Zhendong zum Trotz: Vater-Sohn-Duo sichert TTC-Sieg

Saarbrücken (jah) – Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell hat wenige Spiele vor dem Saisonende der Tischtennis-Bundesliga nochmal ein Ausrufezeichen gesetzt: Ohne Dimitrij Ovtcharov und Jonathan Groth setzte sich das Team um Präsident Stefan Frauenholz mit 3:2 (0:3, 3:0, 3:1, 0:3, 3:1) beim haushohen Favoriten 1. FC Saarbrücken durch.

Ein Teil des geschichtsträchtigen Maberzeller Doppels: Fanbo Meng. Foto: Manfred Völler

Für die vielleicht schönste Geschichte der Saison sorgte das „Vater-Sohn-Duo“ Meng: Beim Stand von 2:2 traten Qing Yu und Fanbo gemeinsam an die Platte – und schrieben Geschichte, wie Maberzells Präsident Stefan Frauenholz erklärte: „Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesliga hat eine Vater-Sohn-Kombination ein Doppel gewonnen“, strahlte Frauenholz und war voll des Lobes: „Das hat einfach genau gepasst und uns den Sieg gebracht, absolut herausragend. Und natürlich ist das einfach eine schöne Geschichte.“

In den Einzeln zuvor schenkten sich beide Teams wenig, sowohl die Osthessen als auch die Gastgeber traten dabei nicht in Bestbesetzung an: Das Einsatzkontingent von Dimitrij Ovtcharov und Jonathan Groth ist ausgeschöpft, entsprechend traten sowohl der Maberzeller Starspieler als auch der Däne die Reise ins Saarland nicht mit an. Bei Saarbrücken fehlten dagegen Darko Jorgic und Eduard Ionescu, Superstar Fan Zhendong war jedoch mit dabei. Und weil Ovtcharov und Groth passen mussten, durfte sich Trainer Qing Yu Meng an Position eins mit dem Olympiasieger und früheren Weltranglistenersten messen – und der Maberzeller Trainer hätte sogar fast einen Satz gegen den übermächtigen Chinesen gewonnen: Im ersten Durchgang holte Meng einen 4:10-Rückstand auf und stellte auf 10:10, die folgenden zwei Punkte gingen jedoch an Zhendong: „Von dem Resultat bin ich natürlich ein bisschen enttäuscht, ich dachte, er schlägt ihn“, lachte Frauenholz ironisch und bestens gelaunt: „Wenn er den Satz holt, wäre ja vielleicht was drin gewesen.“ Erwartungsgemäß deutlich ging die Partie jedoch an den Chinesen, der mit dem gleichen Ergebnis auch Ruwen Filus abfertigte – um das Doppel zu erreichen, mussten die Osthessen also die restlichen zwei Doppel gewinnen.

Hier brannte jedoch überhaupt nichts an: Filus ließ dem etatmäßigen Reservespieler Samuel Arpas nicht den Hauch einer Chance, und auch Fanbo Meng bewies, dass er auch in entscheidenden Situationen die wichtigen Punkte machen kann. „Das war von Ruwen eine starke Leistung und auch Fanbo hat das überragend gemacht“, so der TTC-Präsident. Im spannendsten Duell des Abends besiegte der 25-Jährige Cedric Meissner mit 3:1, das Doppel musste also die Entscheidung bringen – und hier schrieb das Duo Meng/Meng schließlich Geschichte. „Es ist schon ein bisschen eine Sensation, dass wir ohne Dima und Jonathan spielen und Saarbrücken mit Fan, und wir gewinnen“, freute sich Frauenholz: „Eigentlich ist das kaum zu glauben. Aber natürlich nehmen wir das gerne mit, zumal wir mit einem Sieg gegen Dortmund noch Platz sechs in der Tabelle erreichen können. Das setzen wir uns jetzt als Ziel.“

1. FC Saarbrücken – TTC Rhön Sprudel Fulda-Maberzell 2:3

Fan Zhendong – Qing Yu Meng 3:0 (12:10, 11:5, 11:8)

Samuel Arpas – Ruwen Filus 0:3 (9:11, 4:11, 8:11)

Pause

Cedric Meissner – Fanbo Meng 1:3 (11:8, 8:11, 9:11, 8:11)

Fan Zhendong – Ruwen Filus 3:0 (11:3, 11:5, 11:8)

Doppel

Cedric Meissner/Samuel Arpas – Qing Yu Meng/Fanbo Meng 1:3 (6:11, 8:11, 11:6, 9:11)