Weil Dimitri Ignatow und Florian Drosten krankheitsbedingt passen mussten, gab es bei der MT mal wieder ein bisschen Bäumchen wechsel dich. Leon Stehl rückte in den Kader, der zuletzt ausgefallene David Mandic war dabei, und Co-Trainer Isaias Guardiola durfte sich abermals das Trikot überstreifen.
Nun denn: Die Gäste dürften sich im Verlauf der ersten Hälfte gefragt haben, ob das Ganze überhaupt ein Derby war. Denn die Wetzlarer traten äußerst verhalten auf. Da war kein Derbyfeuer zu spüren. Die Abwehr der Hausherren bot der MT viele Lücken. Dafür machte die Deckung der Nordhessen mit Torwart Nebojsa Simic dahinter der HSG das Leben enorm schwer. Der Angriff der Mittelhessen musste Schwerstarbeit verrichten.
Dainis Kristopans und Co. hingegen fanden gute Lösungen und setzten sich nach und nach ab. Kapitän Timo Kastening stellte nach zwei verwandelten Siebenmetern auf 4:8 (11. Minute), dann räumten die MT-Jungs prima für David Mandic ab, der zum 8:14 vollendete (20.), Guardiola traf nach Tempogegenstoß zum 11:17 (24.), und richtig schön wurde es, als Vlad Kulesh den prima aufgelegten Kristopans per Kempa-Zuspiel bediente und der zum 12:18 verwandelte (26.).
Kulesh war es auch, der mit einem Mordsstrahl für den 14:21-Halbzeitstand sorgte. Mehr als 20 Tore in einer Hälfte, sieben Treffer Vorsprung – die MT bestimmte das Geschehen in den ersten 30 Minuten und musste sich dafür nicht mal sonderlich strecken. Locker-flockig ging es nach dem Wechsel weiter. Balenciaga bereitete das 14:22 durch Ruben Marchan traumhaft vor, Mensing traf fulminant zum 15:24 (33.). Obendrein freute sich auch der spanische Spielmacher über sein Comeback-Tor – Balenciaga erzielte das 21:29 (42.).
Nur einmal musste Parrondo lauter werden, nachdem Dominik Mappes den Rückstand der Wetzlarer auf fünf Tore reduziert hatte. Das war beim Stand von 19:24 (36.). Nach dieser Auszeit schraubten Parrondos Spieler den Vorsprung direkt wieder in die Höhe. Und machen wir es kurz: Dieses Polster bewahrten die Gäste souverän bis zum Schluss und ließen dem hessischen Rivalen nicht den Hauch einer Chance. Irgendwie bezeichnend, dass der 41 Jahre alte Guardiola mit seinem zweiten Treffer zum 32:38 den Schlusspunkt setzte.
