Seit fünfeinhalb Monaten schuften sie für den einen Abend im Rampenlicht. Der 46-jährige Steffen Schäfer, der gegen Albin Keune in den Ring steigen wird, zieht eine positive Zwischenbilanz, leugnet aber nicht die Härte der Vorbereitung: „Das Training ist nach wie vor hart. Die körperlichen Schmerzen reißen nicht ab, aber es geht klar in die richtige Richtung“, erklärt Schäfer.
Besonders die psychologische Komponente sei kurz vor dem „Tag X“ noch schwer einzuschätzen. „Ich bin mir nicht sicher, ob man das schon komplett reproduzieren kann, wie es dann im richtigen Kampf der Fall sein wird“, so Schäfer. Dennoch merke er, wie die Routine im Sparring wächst und die Bewegungsabläufe sicherer werden. Trotz kleinerer Wehwehchen fühlt er sich bereit: „Wichtig ist, peu à peu fitter zu werden und am Kampftag das umzusetzen, was ich in der gesamten Vorbereitung gelernt habe.“
Hergert: „Er macht das wirklich gut“
Trainer Alex Hergert zeigt sich äußert zufrieden mit der Entwicklung seines Schützlings: „Steffen macht das wirklich gut und zeigt viel Eigeninitiative. Er besucht morgens manchmal Kurse, bei denen ich gar nicht da bin.“ Das harte Pensum hinterlasse deutliche Spuren – nicht nur bei der Fitness, sondern auch auf der Waage. „Man merkt schon an der Körperform, dass er abgenommen hat“, so Hergert. Für die letzten Wochen plant der Coach, die Intensität noch einmal leicht zu steigern. Seine Philosophie: „Wenn man kurz vorm Kampf weniger trainiert, holt sich der Körper alles zurück, was er die ganze Zeit ignoriert hat.“ Man müsse in Bewegung bleiben, damit der Puls im Ring stabil bleibt.
Schmidt: Genießen statt verkrampfen
Auch für den 24-jährigen Viktor Schmidt läuft die Vorbereitung nach Plan, sein Fortschritt werde „immer besser“. Er bereitet sich auf das Duell mit Dogan Kilic vor. Trotz der nahenden Aufregung bleibt Schmidt gelassen: „Ich bin eigentlich ein aufgeregter Mensch, aber ich will den Kampf einfach genießen und Spaß haben.“
Für Schmidt steht das Sportliche im Fokus: „Wir bereiten uns beide vor, gehen in den Ring und werden uns kloppen – dann ist auch wieder gut. Wir sind ja keine Feinde.“ Sein Ziel für die verbleibende Zeit ist rein pragmatisch: „Nicht mehr krank werden oder sich verletzen und die Vorbereitung konsequent durchziehen.“ Auch wenn alle Kämpfer im Vorfeld mit kleinen Widrigkeiten wie Infekten zu kämpfen hatten, ist die Motivation ungebrochen. Am Ende, so die beiden Amateurkämpfer, wird jeder alles gegeben haben, um das Bestmögliche aus sich herauszuholen.
