Lokales FD 23.03.2026

1200 Jahre Niederkalbach – Start ins Jubiläumsjahr mit Festkommers

Niederkalbach (sk) – Im vollbesetzten Bürgerhaus, direkt neben dem ältesten Dorfgemeinschaftshaus Hessens gelegen, begannen die Feierlichkeiten zur Ersterwähnung von Niederkalbach vor 1200 Jahren mit einem Festkommers. Dabei wurde am Samstagabend auch die neue Dorfchronik vorgestellt. Hervorgehoben wurde der Zusammenhalt im Ort mit Generationen von Menschen, die zusammen leben, arbeiten, gelacht und auch Krisen bewältigt haben.

Von links: Markus Hackenberg, Frederik Schmitt, Sebastian Müller, Bernd Woide, Michael Brand, Mark Bagus und Dieter Müller. Foto: Stefan Krug.

Markus Hackenberg führte als Vorsitzender vom Festausschuss durch den Abend. Ganz in Zivil, im Gegensatz zum Auftritt in einem gezeigten Film zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Gemeinde, in dem er als Ritter „Gandalf” durch den Ort führte. Schon hier war zu sehen, dass es zu dem 826 als „Calbaba” gegründeten Ort einziges zu sagen gibt. Als ältester Ort im Südkreis Fulda, finde sich hier auch der älteste Sportverein im Kreis außerhalb der Stadt Fulda „mit vielen gefeierten Aufstiegen aber leider auch Abstiegen”, das älteste Dorfgemeinschaftshaus Hessens „bei dem jedem Bewohner 1952 vierzig Stunden mitarbeiten musste” und weiteres Erwähnenswertes. Pünktlich zum Jubiläum wird das Kolpingkreuz, eines der größten Kreuze im Kreis, zumindest für dieses Jahr beleuchtet. Und auch um die Zukunft müssen sich die Niederkalbacher scheinbar keine Sorgen machen:  Die von „Gandalf” befragten Kindergartenkinder waren alle begeistert vom Leben in Niederkalbach.

Groß war dann auch die Zahl der Gratulanten, die von Hackenberg individuell und humorvoll begrüßt wurden. Landrat Bernd Woide sprach von „1200 Jahren Geschichte von Menschen, die gelebt, gearbeitet und zusammengehalten haben”.  Nicht viele Orte könnten auf solch ein lange Geschichte zurückblicken. Woide erinnerte an das aktive Vereinsleben im Ort – besonderen Applaus gab es für die Erwähnung der Kirmes. Der Landrat schloss nachdenklich, gerade im Rückblick auf die lange Geschichte, in denen die Menschen wohl noch nie so gut gelebt hätten wie heute: „Wir sollten bei allen Problemen, die wir heute haben, nie vergessen, dass wir in einer Zeit leben, wo wir seit 80 Jahren Frieden haben. Wir leben in einer Demokratie. Wir leben in Freiheit. Das wünsche ich Niederkalbach auch für di nächsten 1200 Jahre.”

Der Kalbacher Bürgermeister Mark Bagus erinnerte an 1200 Jahre mit Generationen von Menschen, die „die gehofft, gezweifelt und auch schwere Zeiten überwunden haben”. Diese Menschen hätte den Ort zu dem gemacht, was er heute ist: „Erlebbar und erspürbar.” Geschichte gehe nur weiter, weil alle sie weitertragen: „Wir feiern nicht nur die Vergangenheit, sondern was uns heute verbindet: Gemeinschaft und Zusammenhalt. Diese Geschichte ist nicht vorbei, sie lebt und geht weiter.” Gleichzeitig dankte Bagus den vielen Ehrenamtlichen im Ort, auch für die Gestaltung der neuen Chronik. Auch Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär Michael Brand hob besonders den Zusammenhalt hervor, der dort „deutlich mehr als normal” zu finden sei: „Niederkalbach ist ein starkes Stück Deutschland. Viel zu oft wird nur auf die großen Städte geschaut. Orte wie Niederkalbach sind die Stärke unseres Landes.” Hier gebe es noch „Leute mit Ecken und Kanten, die nicht nur stromlinienförmig mitschwimmen.” Mit seinem Dank an die Niederkalbacher verband Brand eine Bitte: „Macht bitte weiter so wie bisher.”

Der Landtagsabgeordnete Sebastian Müller war gekommen, obwohl er erst diese Woche Vater geworden war. Wie einige andere Redner auch hat er verwandtschaftliche Beziehungen zum Ort. Weiter ist er auch als aktives Mitglied der Hobifa regelmäßiger Besucher der Fastnachtsveranstaltungen. So lobte er neben der „reichhaltigen Geschichte” und der „Attraktivität als Wohnort mit toller Infrastruktur” das vielfältige Vereinsleben: „Ihr bietet für jede Generation etwas und schafft das Niederkalbach-Gefühl. Was ihr auch besonders könnt, ist herzlich feiern.”

Weiter sprachen der stellvertretende Ortsvorsteher Dieter Müller, Kaplan Philipp Schöppner und Bürgermeister Heiko Stolz aus dem benachbarten Neuhof, der auch gleich ein Angebot machte: „Wenn ihr zu uns kommt, wird aus Niederkalbach Oberneuhof”. Markus Hackenberg bot dem mehrere hundert Jahre jüngeren Neuhof, zu dem, wie in der Chronik nachzulesen, nicht immer friedliche Beziehungen bestanden, daraufhin an, sich doch Neu-Niederkalbach zu nennen. Für musikalische Begleitung sorgten der Sankt-Laurentius-Chor und die Rhönadler.

Mit dem Festkommers haben die Feierlichkeiten nun erst begonnen. Am Festwochenende vom 14. bis 17. August gibt es ein buntes Programm: Freitagabend spielen die DJs „On Fire“, am Samstag geht es weiter mit Vorsicht Gebläse und am Sonntag ist ein stehender Festzug unter dem Motto „offenes Dorf" geplant. Dazu gibt es Livemusik mit der Band „Kuppenstürmer". Am Montag ist Festausklang mit der Blaskapelle RSM. Wer bis dahin mehr über die Geschichte Niederkalbachs erfahren will, kann einen Blick in die 400 Seiten starke Chronik werden, die ab sofort erhältlich ist. Weitere Infos gibt es unter https://1200niederkalbach.de/

Festkommers in Niederkalbach. Fotos: Stefan Krug.