Gerade für energieintensive Industrien sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen derzeit herausfordernd. Umso bewusster stärkt Otterbein mit dieser Großinvestition die langfristige Wettbewerbsfähigkeit, schafft Zukunftsperspektiven für die Arbeitsplätze am Standort und baut das Angebot nachhaltiger und leistungsfähiger Produkte für seine Kunden weiter aus. Mit dem zukunftsweisenden Investitionsprojekt verfolgt Otterbein das Ziel, neue klinkerreduzierte Zementsorten herzustellen, die bei gleichbleibend hoher Qualität einen um bis zu 60 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck aufweisen als herkömmliche Portlandzemente. Zugleich erhöhen die eingesetzten Technologien die Energieeffizienz in der Zementproduktion, wodurch der Stromverbrauch des Werks um bis zu 20 Prozent sinken soll.
Das Vorhaben zählt zu den bedeutendsten Investitionen in der 137-jährigen Unternehmensgeschichte und wird aufgrund der erheblichen Einsparpotenziale bei Energie und CO2 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Mit dem kürzlich erfolgten Spatenstich ist der Startschuss für den zentralen Teil der Bauarbeiten gefallen: Das Herzstück des Projekts ist der Bau einer hochmodernen Vertikalmahlanlage der Firma Loesche, auf der künftig verschiedene Materialien für die Zementproduktion besonders energieschonend vermahlen werden. Zum Vorhaben gehören außerdem eine neue Siebanlage, eine Zementmischanlage, mehrere Silos und Förderanlagen für Lagerung und Transport der Materialien, begleitende Umbauten im Werk sowie eine KI-gestützte, vollautomatische Laborautomation, die Qualitätssicherung und Prozesssteuerung optimiert.
„Diese Großinvestition markiert einen wegweisenden Meilenstein in der traditionsreichen Geschichte unseres Unternehmens“, erklären die Otterbein-Geschäftsführer Dr. Christian W. Müller und Winfried Müller. „Das Investitionspaket NovaCEM 2027 knüpft nahtlos an unser Leuchtturmprojekt Eco-Plus 2023 an, das seit seiner Umsetzung außerordentliche Maßstäbe beim Umwelt- und Klimaschutz im Zementklinkerbrennbetrieb gesetzt hat. Nun erschließen wir darauf aufbauend gänzlich neue Möglichkeiten, klinkereffiziente Zementsorten mit geringem CO2-Fußabdruck besonders energieeffizient herzustellen. So können wir unseren Kunden künftig noch nachhaltigere Produkte bei gleichbleibend hoher Qualität anbieten und zugleich langfristig hochwertige Industriearbeitsplätze am Standort sichern.“
Der Zeitplan ist ambitioniert: Die Bauarbeiten sollen gegen Ende des Jahres 2026 abgeschlossen werden, für 2027 ist die Inbetriebnahme der neuen Anlagen geplant. Die positiven Effekte der Investition werden damit schon bald spürbar. Dies lässt das Familienunternehmen mit seiner rund 140-köpfigen Belegschaft bei vollem Engagement für die anstehenden Aufgaben mit Zuversicht in die Zukunft blicken.
