Insgesamt soll das Wever-Quartier beispielgebend für zukunftsweisenden Städtebau werden, zum Beispiel im Hinblick auf Klimaanpassung. Unter anderem ist das Areal als „Schwammstadt“ konzipiert. Das hierfür nötige Bauteil – eine 375 Kubikmeter große Rigole, wird später allerdings komplett unter der Erde verschwinden. Aktuell zeigt sich das Ausmaß dieses Regenrückhaltebeckens, denn die Firma Bickhardt Bau hat die 50 mal 5 mal 5 Meter große Baugrube östlich der Kirche nun ausgehoben.
Später kann hier zum einen Brauchwasser zur Bewässerung entnommen werden. Zum anderen dient das Bauteil als Rückhalteeinrichtung (RRB), von der etwa nach Starkregenereignissen Regenwasser gedrosselt an den Vorfluter Geis abgegeben wird.
Das Quartier nimmt Wasser bei Starkregen auf wie ein Schwamm und gibt es bei Trockenheit langsam wieder ab. Zusätzlich gibt es im neuen Quartier deshalb auch noch Speicher für die größere „Baumquartiere“, die ebenfalls anfallendes Wasser speichern und dosiert an die Bäume abgeben werden (z.B. Baumhain östlich des Pfarrhauses auf dem neuen Lullus-Platz).
Schon seit 2016 setzt sich die Stadt Bad Hersfeld im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ für die Weiterentwicklung der Östlichen Kernstadt ein, um diese als attraktiven Wohn-, Arbeits- und Versorgungsort zu sichern und weiter zu qualifizieren.
Geplant wurde das Erschließungskonzept durch die ARGE schöne aussichten landschaftsarchitekten und aqua geo consult aus Kassel, die Projektsteuerung und Finanzierungskoordination erfolgt durch den Sanierungsträger ProjektStadt.
In diesem Jahr werden der Vorausbau der Erschließungsflächen sowie die Oberflächen im Bereich östlich der Kirche St. Lullus fertiggestellt. Die Erschließungsflächen rund um die neuen Baufelder werden bis zur Errichtung der Gebäude in Baustraßenqualität hergestellt. Der Endausbau erfolgt nach Fertigstellung des Hochbaus voraussichtlich 2029.
