Um 18 Uhr öffneten sich die Türen des Schlosstheaters für die ersten Besucher. Vor dem Beginn der Aufführung bot sich für die Gäste die Gelegenheit zum Austausch, bevor sich um 19.30 Uhr der Vorhang für die Weltpremiere hob. Die Fuldaer Prominenz ist natürlich da: Von Landrat Woide, Bischof Dr. Michael Gerber, Generalvikar Dr. Martin Stanke, Vize-Landrat Schmitt über Polizeipräsident Tegethoff bis Klinikum-Vorstand Michael Wilhelm und dem Hessentagspaar Vera und Max Dudyka. Natürlich sind auch OB Wingenfeld und MdB Brand zugegen, und aus Wiesbaden reiste Familienministerin Diana Stolz an.
Dass die Geschichte des Schimmelreiters nun auf einer Musicalbühne erzählt wird, ist eng mit Komponist und Autor Dennis Martin verbunden. „Für Dennis und mich geht heute ein Traum in Erfüllung“, sagt Produzent Peter Scholz kurz vor der Premiere. Martin habe bereits seit den Anfangsjahren von spotlight musicals davon gesprochen, die Geschichte eines Tages als Musical umzusetzen. „Er hat nie aufgehört, vom Schimmelreiter zu reden“, berichtet Scholz schmunzelnd.
Gleichzeitig sei die Produktion auch ein Wagnis gewesen. Viele Menschen würden die Novelle noch aus ihrer Schulzeit kennen, könnten sich aber kaum vorstellen, wie der Stoff auf einer Musicalbühne funktionieren soll. Gerade deshalb sei die Neugier groß. „Die Leute wissen, dass die Musik von Dennis Martin kommt und dass die Sänger gut sind. Aber viele fragen sich: Wie bildstark und wie visuell wird das Ganze?“, erklärt Scholz. Für den Produzenten ist die Premiere trotz aller Erfahrung immer ein besonderer Moment. Bis in die Nacht hinein sei noch an technischen Details gearbeitet worden. „Es ist schon immer ein bisschen Nervosität dabei“, räumt er ein. Gleichzeitig zeigt er sich stolz auf das Ensemble und das Kreativteam. „Jeder hat seine Grenzen überschritten. Es ist etwas entstanden, das wir uns am Anfang selbst nicht vorstellen konnten.“ Scholz nutzte die Gelegenheit auch, um die besondere Verbundenheit mit Fulda hervorzuheben. Das Schlosstheater sei für die Musicalmacher längst zur künstlerischen Heimat geworden. „Ganz wenige Künstler haben das Privileg, eine echte Heimat zu haben. Für uns ist das hier in Fulda der Fall.“
Auch bei den Ehrengästen war die Vorfreude spürbar. „Heute beginnen die Tage der Superlative hier in Fulda“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Frederik Schmitt. Die Mischung aus Romantik, Mystik und Poesie verspreche einen besonderen Theaterabend: „Da ist alles drin, was das Herz begehrt.“ Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld erinnerte daran, wie sehr Dennis Martin und Peter Scholz auf dieses Projekt hingearbeitet haben. „Ich weiß, wie groß der Herzenswunsch war, den Schimmelreiter auf die Bühne zu bringen“, so der OB. Bei einer Probe habe er bereits einen ersten Eindruck gewinnen können. „Ich bin sehr gespannt.“ Besonders bemerkenswert sei der Mut, einen Literaturklassiker neu zu interpretieren.
Groß war die Vorfreude auch beim Hessentagsbeauftragten Dominik Höhl. Er erwartet „eine sensationelle Weltpremiere“ und einen erfolgreichen Musicalsommer. Für das Hessentagspaar Vera und Max Dudyka passte die Premiere perfekt ins Jahr des Landesfestes. „Das ist der Musicalsommer des Hessentags“, sagten die beiden. Als Botschafter der Stadt freuen sie sich besonders über die Verbindung der beiden Großereignisse. Die Geschichte selbst wollten sie nahezu unvoreingenommen erleben: „Wir lassen uns überraschen.“
Extra aus Wiesbaden angereist war Hessens Familienministerin Diana Stolz. Sie hatte, genau wie der OB, bereits Gelegenheit, bei einer Probe dabei zu sein. „Die Vorfreude ist riesig“, freute sich Stolz im Vorfeld. Zwar kenne sie die literarische Vorlage, dennoch sei die Musicalfassung etwas völlig Neues. „Ich bin auf diese moderne und zeitgemäße Inszenierung sehr gespannt.“
Die neue Produktion basiert auf der berühmten Novelle „Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm. Im Mittelpunkt steht die Geschichte des jungen Deichgrafen Hauke Haien, der mit Vernunft und wissenschaftlichem Denken gegen Naturgewalten, Aberglauben und Widerstände in seinem Umfeld kämpft. Zugleich erzählt das Musical eine Liebesgeschichte und verbindet diese mit mystischen und übersinnlichen Elementen. Produzent Peter Scholz verspricht eine bildgewaltige Inszenierung mit modernem Tanz, aufwendigen Videoprojektionen, Wind- und Regeneffekten sowie neuem Surround-Sound.
