Im Mittelpunkt seines Vortrags stehen volkssprachliche Eintragungen in den Bonifatius-Handschriften. Diese kurzen Notizen in althochdeutscher und angelsächsischer Sprache gehören zu den frühesten schriftlichen Zeugnissen der Volkssprachen und bieten wertvolle Einblicke in deren Entwicklung im Frühmittelalter. Besonderes Augenmerk gilt den sogenannten Griffelglossen – ohne Tinte in das Pergament eingeritzten Schriftspuren, die nur unter besonderen Lichtverhältnissen sichtbar werden.
Anhand ausgewählter Beispiele zeigt Nievergelt, welche sprachgeschichtlichen und kulturhistorischen Erkenntnisse sich aus diesen oft unscheinbaren Einträgen gewinnen lassen und welche neuen Perspektiven sie auf die Nutzung und Überlieferung der Bonifatius-Handschriften eröffnen.
Der Vortrag findet am Dienstag, 9. Juni 2026, um 19 Uhr im Lesesaal der Bibliothek (Domdechanei 4, zweites Obergeschoss) statt. Der Eintritt ist frei. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.
Informationen: 0661/87-531 bzw. Email an: info-bibliothek@thf-fulda.de
