„Wir sind bisher zufrieden mit dem Verlauf – logischerweise. Beide Siege gingen in Ordnung, vor allem in Gudensberg waren wir sehr überzeugend. Aber wir wissen, dass wir uns mit diesen Lorbeeren noch nichts kaufen können“, betont Urosevic im Vorfeld des Entscheidungsspiels: „Die wichtigste Aufgabe steht noch bevor.“ Nach dem Finaleinzug beider Teams am Sonntag hatten der Eiterfelder Coach und sein Trainerstab ausreichend Zeit, um sich auf den kommenden Gegner vorzubereiten: „Wir haben Informationen über den Gegner und konnten auch ein bisschen mit dem Videomaterial von der Relegation arbeiten“, erläutert Urosevic.
Die Grebensteiner bezwangen im Halbfinale den SV Neuhof und konnten beide Partien gegen den SVN für sich entscheiden – allerdings weniger souverän als die SGEL, die gegen die FSG Gudensberg vor allem beim 2:0-Sieg im Rückspiel überzeugen konnte und nach dem knappen Hinspielerfolg (1:0) keinerlei Zweifel am Finaleinzug aufkommen ließ. Dennoch warnt Urosevic: „Das ist eine Mannschaft mit defensivem Mittelfeldpressing, sie spielen sicher von hinten heraus und versuchen vorne, ihren Kapitän in Szene zu setzen.“ Gegen Neuhof funktionierte das phasenweise mehr als ordentlich, TuSpo-Spielführer Leon Ungewickel steuerte in der Verlängerung den wichtigen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 bei und brachte seine Farben so auf die Siegerstraße. Darüber hinaus haben die Eiterfelder in Anthony Uzzolini einen weiteren X-Factor auf Seiten der Nordhessen ausgemacht: „Er ist ein flinker Spieler auf der linken Seite und hat ja auch gegen Neuhof getroffen“, warnt Urosevic, der dennoch auch einige Schwächen beim Gegner ausmachen konnte: „Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, dass das Spiel über die Körperlichkeit entschieden wird.“
Bereits am Montagabend absolvierten die Eiterfelder ihr Abschlusstraining, nach einer langen Saison inklusive der anstrengenden Halbfinalspiele lag der Fokus dort aber mehr auf Regeneration und taktischen Vorgaben – von etwaigem Druck war jedoch nichts zu spüren, wie der SGEL-Coach sagt: „Wir sind voll drin in der Relegation. Das ist wie ein Turnier und uns ist bewusst, dass der gefährlichste Gegner jetzt noch kommt.“ Für den erfahrenen Trainer unterscheide sich die Partie ohnehin nicht groß von anderen Aufgaben: „Ich bin ja schon lange im Geschäft, mir macht so ein Spiel nichts aus. Für die jungen Spieler ist das natürlich Neuland, da kann man viel lernen. Diese Erfahrung bringt den Jungs mehr als drei oder vier Wochen Training.“
Neben der eigenen starken Leistung gegen Gudensberg konnten sich die Eiterfelder außerdem bislang über einen überragenden Support von außen freuen: Nicht nur beim Halbfinal-Hinspiel am Hain unterstützen die blau-weißen Fans tatkräftig, auch beim Auswärtsspiel in Gudensberg waren zahlreiche Zuschauer aus Eiterfeld und Leimbach zugegen – das wird auch beim Endspiel in Wabern der Fall sein, wie Urosevic ankündigte: „Die Unterstützung war großartig bisher und auch nach Wabern sind schon zwei Busse angekündigt. Ich kenn den Platz dort zwar nicht, aber die Jungs haben in der Liga ja schon in Wabern gespielt. Der Platz soll in gutem Zustand sein.“ Personell werde sich bei der SGEL nicht mehr viel verändern, lediglich Simon Schilling ist angeschlagen – „aber das war er vorher auch schon“, weiß Urosevic, dass er im Entscheidungsspiel auf seinen spielenden Co-Trainer zählen kann.
Doch nicht nur für die beiden beteiligten Vereine hat das Finale enorme Auswirkungen - auch die TSG Lütter und die FSG Vogelsberg werden mit mindestens einem Auge auf das Sportgelände in Wabern schauen. Denn: Sollte sich mit Eiterfeld/Leimbach der osthessische Vertreter durchsetzen, würde durch den Klassenerhalt des Urosevic-Teams und den Rückzug der SG Aulatal in die A-Liga ein weiterer Platz in der Gruppenliga frei - womit das Relegationsfinale zwischen Lütter und Vogelsberg am Donnerstag entfallen würde, die TSG wäre aufgestiegen, die FSG würde die Klasse halten.
