Lokales FD 12.06.2026

Studieren ohne lange Wege: Hochschulmesse lockt zahlreiche Schüler

Fulda – Von Silas Messing – Wer sich zwischen Jura, Medizin, Lehramt, Informatik oder einem dualen Studium entscheiden muss, steht oft vor einer schwierigen Frage: Welche Hochschule passt zu mir? Antworten darauf gab es am Donnerstag bei der zweiten Hochschulmesse der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. Im Berufsinformationszentrum (BiZ) präsentierten sich insgesamt 27 Hochschulen, Universitäten, Behörden und Institutionen aus Hessen und den angrenzenden Bundesländern.

Foto: Silas Messing.

Schon vor Beginn zeigte sich das große Interesse. Rund 320 Personen hatten sich verbindlich angemeldet – viermal so viele wie bei der Premiere im vergangenen Jahr. Dabei waren die Anmeldungen lediglich ein Richtwert, denn die Messe stand allen Interessierten offen.

„Unsere Hauptzielgruppe sind natürlich Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler, die kurz vor dem Abitur stehen oder sich bereits Gedanken über ihre Zukunft machen“, erklärte Mitorganisatorin Isabell Müller von der Agentur für Arbeit. Das Angebot sei bewusst breit aufgestellt worden: „Wir haben duale Studiengänge, klassische Hochschulen und Universitäten sowie den öffentlichen Dienst vertreten.“

Die Resonanz übertraf die Erwartungen der Organisatoren deutlich. Viele Vorträge waren bereits im Vorfeld nahezu ausgebucht. „Die Vorträge sind zum großen Teil ausgebucht. Wer spontan kommt, muss schauen, ob noch Plätze frei sind“, sagte Müller. Teilweise sei die Nachfrage so groß gewesen, dass zusätzliche Sitzmöglichkeiten geschaffen werden mussten.

Von der Hochschule Fulda über die Universität Kassel bis hin zur Technischen Universität Darmstadt, der Hochschule Coburg oder der Universität Würzburg: Die Besucher konnten sich an einem Ort über zahlreiche Studienangebote informieren. Ergänzt wurde das Angebot durch Institutionen wie die Bundeswehr, die Bundespolizei, die Zollverwaltung, die Deutsche Rentenversicherung oder die Hessische Hochschule für Finanzen und Rechtspflege.

Neben den Informationsständen standen vor allem die persönlichen Gespräche im Mittelpunkt. An vielen Ständen berichteten Professoren, Studienberater und teilweise sogar Studierende aus erster Hand über ihren Hochschulalltag. „Die Besucher können hier mit Menschen sprechen, die das gerade selbst erleben oder die Studiengänge direkt betreuen“, erläuterte Müller. „Das sind Informationen, die man nicht unbedingt in einer Broschüre findet.“

Ein besonderer Vorteil der Messe sei die Bündelung der Angebote. Statt zahlreiche Hochschulen einzeln besuchen zu müssen, könnten sich die Jugendlichen innerhalb weniger Stunden einen umfassenden Überblick verschaffen.

„Anstatt dass die Schülerinnen und Schüler 20 Hochschulen besuchen müssen, haben sie hier alles an einem Ort“, sagte Karsten Hesse, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. „Uns war wichtig, eine niedrigschwellige Möglichkeit zu schaffen, mit Hochschulen und Studiengängen in Kontakt zu kommen – kostenlos und ohne Hürden.“

Dafür hatte die Agentur in diesem Jahr deutlich stärker geworben als bei der Erstauflage. Der Aufwand scheint sich ausgezahlt zu haben. „Es scheint der richtige Weg zu sein, das Angebot zentral anzubieten und den direkten Kontakt herzustellen“, sagte Hesse.

Neben den Messeständen konnten die Besucher auch zahlreiche Fachvorträge besuchen. Themen waren unter anderem Medizin, Lehramt, Soziale Arbeit, Wirtschaftswissenschaften, Psychologie, Jura, Medien, Informatik sowie verschiedene Ingenieurstudiengänge. Besonders gefragt waren zudem die Vorträge zum dualen Studium und zu Karrierewegen bei Polizei und Bundespolizei.

Für kreative Studieninteressierte bot die Hochschule Darmstadt zusätzlich eine Mappenberatung für die Bereiche Kunst, Design und Gestaltung an.

Auch für die regionale Wirtschaft spielt die Messe eine wichtige Rolle. Allein im Raum Fulda sind derzeit noch 36 duale Studienplätze unbesetzt. Die Messe soll deshalb nicht nur Orientierung bieten, sondern auch dabei helfen, Nachwuchskräfte frühzeitig mit Unternehmen und Bildungseinrichtungen zusammenzubringen.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Isabell Müller, Stefan Klingel und dem Team der Agentur für Arbeit. Nach dem deutlichen Besucherzuwachs spricht vieles dafür, dass die Hochschulmesse auch in den kommenden Jahren ein fester Bestandteil der Berufs- und Studienorientierung in Osthessen bleiben wird. „Wir wollten ausprobieren, ob dieses Format angenommen wird“, sagte Hesse. „Die Zahlen zeigen deutlich, dass der Bedarf da ist.“

Hochschulmesse der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. Fotos: Silas Messing.