Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld bezeichnete die Schau als „besondere Ausstellung“: „Die Ausstellung ist ein wahrhaftiges Gemeinschaftswerk, so wie es sich gehört beim Hessentag.“ Das traditionsreiche Landesfest sei einst unter dem Motto „Hesse ist, wer Hesse sein will“ ins Leben gerufen worden, um Identität und Zusammenhalt zu stiften. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe Hessen als „Kunstprojekt der Amerikaner“ keinesfalls über eine gemeinsame Identität verfügt, die in den dargestellten 80 Jahren sowohl in Fulda als auch in Hessen jedoch sichtbar entstanden sei. Ein besonderer Teil der Sonderausstellung widme sich dem Universitätsplatz, dessen Umbenennung von „Platzes des SA“ zu seinem heutigen Namen zeige, „aus welchem tiefen Abgrund sich Hessen entwickelt hat“, erklärte der Oberbürgermeister. So sei es ein Anliegen gewesen, die Menschen für die Geschichten des Landes zu begeistern und sie einzuladen, sich mit dessen Entwicklung auseinanderzusetzen, denn es brauche eine „aktive Bürgergesellschaft, die kulturell interessiert und engagiert“ sei. Während des Hessentags sei der Eintritt zur Ausstellung, die von Kurator Jonathan Vieth konzipiert und inhaltlich ausgearbeitet wurde, aus diesem Grund kostenlos.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Ausstellungseinheit „Von der Schreibstube zur digitalen Verwaltung“, die vom Hessischen Ministerium des Inneren, für Sicherheit und Heimatschutz gestaltet wurde. Andreas Monz, Leiter der Zentralabteilung des Ministeriums, dankte zunächst dem Team des Vonderau-Museums für ein herausragendes Engagement. Ziel des Beitrags in der Ausstellung sei gewesen, Verwaltungsgeschichte nicht nur zu dokumentieren, sondern sie anschaulich und lebendig erfahrbar zu machen. „Veraltung steht oft nicht im Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung“, sei aber für das Funktionieren des Staates unverzichtbar, erklärte er. Gleichzeitig nehme das Vertrauen vieler Bürgerinnen und Bürgere in staatliche Institutionen ab. Verwaltungsmodernisierung könnte deshalb dazu beitragen, sowohl die Effizienz, als auch das Vertrauen in den Staat zu stärken. Der Wandel von papierbasierten Akten hin zu modernen digitalen Strukturen sei auch, gefördert durch die Stadt Fulda, in Fulda auf der kommunalen Ebene sichtbar und verdeutliche, „dass Verwaltung immer auch ein Stück Stadtgeschichte ist.“
Museumsleiter Dr. Frank Verse spannte in seiner Begrüßung den großen historischen Bogen bis ins Mittelalter, als das Verhältnis von Fulda und dem Umland noch angespannt gewesen sei. „Heute ist Fulda froh, Teil Hessens zu sein – und Hessen ist froh, auf eine starke Region wie Fulda zählen zu können“, betonte er. Die Ausstellung versammelt Fotografien bedeutender Ereignisse aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Sport und rufe damit Erinnerungen an die vergangenen acht Jahrzehnte hervor. Somit präsentierte Dr. Verse einen kurzen Überblick über die wichtigsten Ereignisse der dargestellten Zeit, der „hoffentlich Lust auf die Ausstellung“ machen sollte. Offiziell eröffnet wurde die Ausstellung im Anschluss vom Hessentagspaar Vera und Max Dudyka. Im Anschluss nutzten zahlreiche Gäste das Angebot, die Ausstellung zu besichtigen und bei einem kleinen Umtrunk miteinander ins Gespräch zu kommen.
