Lokales FD 17.06.2026

Schlecht für heimische Arten: Eindämmung des Zackenschötchens

Fulda (pm/pf) – Das Orientalische Zackenschötchen (Bunias orientalis) breitet sich im Landkreis Fulda aus. Es blüht aktuell leuchtend gelb und ist leicht mit Raps zu verwechseln. Die Pflanze ist ungiftig, aber eine potenziell gebietsfremde Art, deren weitere Ausbreitung eingedämmt werden sollte, rät der Fachdienst Natur und Landschaft des Landkreises Fulda.

Das Zackenschötchen mit und ohne Mohn. Fotos: Anette Atzler

Zitronengelb blühende Bestände des Orientalischen Zackenschötchens sind mittlerweile auch im Landkreis Fulda vermehrt anzutreffen. Die zwei- bis mehrjährige Staude erreicht eine Höhe von bis zu zwei Metern, verzweigt sich im oberen Teil und bildet eine bis zu 1,50 Meter tiefe Pfahlwurzel aus. Im Mai und Juni liegt die Hauptblütezeit der Pflanze. Die Samen entwickeln sich von Juli bis September und können selbst nach einem Schnitt im halbreifen Zustand noch vollständig ausreifen.


Auswirkungen auf Natur und Landschaft

Die Pflanze breitet sich an Straßen- und Feldrändern, Bahndämmen, in Wohngebieten, aber auch auf landwirtschaftlichen sowie naturschutzfachlich wertvollen Flächen aus und verdrängt vielerorts die dort wachsenden heimischen Pflanzen. Auf landwirtschaftlichem Grünland kann das Vorkommen zu Problemen bei der Heugewinnung führen: Die kräftigen Stängel des Zackenschötchens trocknen langsamer als die Futtergräser, was das Risiko der Schimmelbildung im Heu erhöht.

Die Samen reifen in höckerigen, runzeligen Früchten heran, die nach der Blüte vom langen Stängel abstehen. Eine einzelne Pflanze bildet jährlich zwischen 2000 und 5000 Samen und kann sie mehrere Meter weit schleudern. Über Heu können sich die Samen leicht weiterverbreiten. Aber auch Erdtransporte tragen maßgeblich zur Verschleppung des Samens und auch der regenerationsfähigen Wurzelteile bei. Offene Bodenstellen begünstigen die Keimung und können rasch zur Entstehung dichter Bestände führen.

 

Empfohlene Maßnahmen zur Bekämpfung

Ausgraben/Ausstechen bei geringem Vorkommen: Die wirksamste Bekämpfung ist das Ausgraben der kompletten Pflanze mit möglichst allen Wurzeln. Eine intensive Nachbetreuung ist notwendig. Bewährt haben sich auch langstielige Unkrautstecher, mit denen die Hauptwurzel tief durchtrennt wird. Hier sind pro Pflanze meist ein bis drei Arbeitsgänge notwendig. Die ausgestochenen Pflanzen sollten von der Fläche entfernt werden

Mahd bei hohem Vorkommen: Mindestens dreimal zwischen Anfang Juni und September soll jeweils vor der Samenbildung gemäht werden. Ein selektives Ausmähen der invasiven Pflanze verschafft den heimischen Arten einen Konkurrenzvorteil. Das Schnittgut sollte direkt aufgefangen und abtransportiert werden. Eine sichtbare Reduzierung des Orientalischen Zackenschötchens lässt sich durch Mahd jedoch nur bei langjähriger, konsequenter Umsetzung erzielen.

Beweidung auf weitläufigen Flächen:Auf mäßig stark befallenen, größeren Flächen eignet sich eine Beweidung mit Eseln, Rindern, Ziegen oder Schafen (empfohlene Besatzstärke: 0,2 bis 0,5 Großvieheinheiten pro Hektar). Die Tiere fressen vor allem die jungen Triebe. Da die Staude sehr regenerationsstark ist, bleibt auch hier eine Nachkontrolle ratsam.

Hinweise zur fachgerechten Entsorgung: Blattrosetten und blühende Pflanzen können ohne Probleme kompostiert werden. Sobald jedoch unreife Früchte, keimfähige Samen oder Wurzelteile vorhanden sind, sollte eine thermische Entsorgung über den Restmüll oder eine Müllverbrennungsanlage erfolgen. Gleiches gilt für Wurzelteile, da diese im Kompost erneut austreiben können.

Gemeinsam aktiv werden: Um die weitere Ausbreitung des Orientalischen Zackenschötchens einzudämmen, kommt es auf das Engagement aller an. Ob aus der Bevölkerung, den Kommunen, Unternehmen, landwirtschaftlichen Betrieben oder vonseiten des Naturschutzes – alle können durch gezielte Maßnahmen auf den eigenen Flächen einen wichtigen Beitrag leisten.