Campus 14.06.2026

Premiere: Erster Fuldaer Adipositastag liefert Einblicke

Fulda (pk) – Premiere an der Hochschule Fulda: Der erste Fuldaer Adipositastag fand am Samstag in den Räumlichkeiten der Hochschule statt. Die Veranstaltung bot den Gästen zahlreiche tiefe Einblicke in medizinische Angebote und therapeutische Möglichkeiten, die für Betroffene von großer Relevanz sein können.

Foto: Paul Kukula

Die Einführung in die komplexe Thematik übernahm der niedergelassene Internist und Adiposiologe Dr. med. Jörg Simon. „Wir haben enorm lange gebraucht, bis Adipositas als chronische Erkrankung anerkannt wurde“, blickte Simon zurück. Diese Anerkennung sei ein Meilenstein, da erst seither gesetzliche und private Krankenkassen die Behandlungskosten übernehmen. Wie rasant die Herausforderung wächst, verdeutlichte der Experte mit Zahlen: Zwischen 1975 und 2014 hat sich die Anzahl der Betroffenen weltweit verdreifacht. Im Schnitt werden mittlerweile rund acht Prozent aller Gesundheitskosten durch Adipositas bedingt. Die Ursachen hierfür seien vielschichtig, wobei die Genetik einen großen Faktor darstelle. „Jeder Mensch, der adipös ist, entwickelt eine ganze Reihe von Folgeerkrankungen. Im Fokus steht hierbei Diabetes“, betonte Simon. Aber auch Krebserkrankungen seien weitaus häufiger eine Folge von starkem Übergewicht, als viele Menschen vermuten.

Im Anschluss stand das Thema Ernährungstherapie im Mittelpunkt. Dieses wurde von Prof. Dr. Christina Holzapfel beleuchtet, die im Fachbereich Oecotrophologie an der Hochschule Fulda lehrt und forscht. Den wichtigen Stellenwert von Bewegung im Alltag von Adipositas-Patienten verdeutlichte danach Ernährungswissenschaftler Felix Unger, Dozent an der IST-Hochschule für Management in Düsseldorf.

Nach einer kurzen Pause leitete Simon den zweiten Teil der Vortragsreihe mit einem Überblick über neue Medizintrends und moderne Medikation zur gezielten Behandlung von Übergewicht ein. Wie wichtig eine psychosomatische Mitbehandlung bei Adipositas sein kann, erklärte im Anschluss Dr. med. Henrik Kessler, Direktor der Klinik für Psychosomatik am Klinikum Fulda. Er zeigte praxisnah auf, welche therapeutischen Ansätze in der Praxis nachweislich hilfreich sind und welche Methoden Betroffenen eher weniger weiterhelfen.

Zum Abschluss der Vorträge ging es um bewährte operative Eingriffe. Dr. med. Meyanui Andangfung, der als Oberarzt für Viszeralchirurgie am Klinikum Fulda tätig ist, stellte hierzu etablierte bariatrische Operationsverfahren vor. Ein geselliges Zusammenkommen aller Beteiligten rundete die gelungene Premiere ab.

Adipositastag an der Hochschule. Fotos: Paul Kukula