Lokales FD 12.06.2026

Neuer Blick aufs Stadtschloss – Sonderausstellung in Fulda eröffnet

Fulda (st) – Pünktlich zum Hessentag wurde am Donnerstag die Sonderausstellung der Stadtverordnetenversammlung eröffnet. Das Fuldaer Stadtschloss lädt anlässlich des Jubiläums „80 Jahre Stadtverordnetenversammlung“ zur Ausstellung ein, bei der Interessierte neue Perspektiven des Stadtschlosses kennenlernen können. Besucht werden kann die Ausstellung während des Hessentages von Dienstag bis Sonntag von zehn bis 16 Uhr.

Fotos: Stephanie Trapp

„Ort der Macht“, wie das Stadtschloss auch genannt wird, ist eine der Fragen, der die Ausstellung nachgeht. Woher kommt dieser Begriff? Aber auch andere Fragenstellungen wie „Wie hat sich das Stadtschloss über die Jahre verändert?“ werden in der Ausstellung beantwortet. In der Ausstellung geht es um Machtgestaltung, Machtdeutung, aber auch um Machtwechsel. „Ziel ist es dieses Jahr, die Bedeutung des Ortes vermitteln zu können“, so Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. Jeder, der die Ausstellung besucht, bekommt einen Einblick in Räume, die erstmals für die Allgemeinheit geöffnet werden. „Wir möchten den Ort erlebbar machen und die facettenreiche Geschichte erzählen“, so Wingenfeld. Das Stadtschloss ist ein bedeutsamer Ort für die Demokratie, welches seit dem 19. Jahrhundert als Ort für die Verwaltung genutzt wird. „Wir müssen aber die Dunkelheit der NS-Zeit berücksichtigen“, so der OB.

Durch verschiedene Ausstellungsstücke, Fotos, Medienstationen und Exponate wird die Ausstellung sehr erlebbar gestaltet. Bei der Station „Machtdeutung“ ist der Text beispielsweise in Brailleschrift, damit auch Menschen mit Sehbehinderung die Ausstellung besuchen können. An anderen Medienstationen wird zum Beispiel auch viel durch Sprachaudio erklärt, worum es an der Station geht.

Aus dem Vonderau Museum in Fulda wurde anlässlich der Ausstellung außerdem ein Exponat ins Stadtschloss gebracht. Hierbei handelt es sich um einen Sekretär von Fürstbischof Heinrich von Bibra, dem ein Tintenfass umkippte und darin auslief. Der Tintenfleck ist von außen sichtbar. Diese und weitere Exponate sind in der Ausstellung sichtbar. „Und so erzählen wir das Thema Macht, Machtdeutung, Machtausübung, Machtpräsentation und Machtinszenierung durch alle Zeitschichten hindurch und machen diese in den Räumen lesbar“, so Pascal Heß vom Ausstellungs- und Kuratorenteam.

Außerdem wurde die Galerie der Stadtverordnetenvorstehenden aktualisiert und neu beschriftet. So steht unter jedem Bild ein kleiner Text, was derjenige gemacht hat. „Wir sind noch nicht am Ende des Prozesses“, so Dr. Frank Verse, Museumsleiter des Vonderau-Museums. Die Ausstellung soll noch erweitert werden, das aber erst nach dem Hessentag.

Peter Wellach, ebenfalls vom Ausstellungs- und Kuratorenteam, betonte: „Man ist wie ein Detektiv unterwegs“ – weil es überall durch die verschiedenen Stationen etwas zu entdecken gibt. Damit bietet die Ausstellung ganz viele neue Perspektiven und lädt dazu ein, Besucherinnen und Besucher den Wandel des Stadtschlosses zu entdecken.

Ausstellung 80 Jahre Stadtverordnetenversammlung. Fotos: Stephanie Trapp