Lokales MKK 26.06.2026

Meilenstein beim A4-Ausbau: Fuldabrücke schwebt an ihren Platz

Bad Hersfeld (pm/jah) – Ein spektakulärer Schritt beim Ausbau der A4 ist geschafft: Seit Donnerstag wird die neue Fuldabrücke bei Bad Hersfeld Zentimeter für Zentimeter an ihren endgültigen Platz über dem Fluss geschoben. Das rund 1.100 Tonnen schwere Bauwerk wurde in den vergangenen acht Monaten direkt neben der Fulda errichtet und wird nun mithilfe von Hydraulikpressen über eine Strecke von 130 Metern auf seine Widerlager bewegt.

Fotos: Die Autobahn

Die neue Stabbogenbrücke ist ein imposantes Bauwerk: Sie misst rund 100 Meter in der Länge, 20 Meter in der Breite und ragt etwa 20 Meter in die Höhe. Künftig wird sie die Richtungsfahrbahn der A4 nach Erfurt tragen. Auf der 12,50 Meter breiten Fahrbahnplatte entstehen zwei Fahrstreifen sowie eine Standspur.

Der Verschub der Brücke markiert einen wichtigen Meilenstein beim sechsstreifigen Ausbau der A4 im Bereich Bad Hersfeld. „Diese Stabbogenbrücke ist ein beeindruckendes Ingenieurbauwerk, das in dieser Form in unserer Region als Autobahnbrücke bisher einmalig ist. Mit dem Verschub ist der Ausbau der A4 bei Bad Hersfeld einen entscheidenden Schritt vorangekommen“, erklärt Dr. Kirstin Wahler, Leiterin der Außenstelle Kassel der Autobahn GmbH des Bundes.

Die Kosten für den Bau und den Verschub des ersten Brückenbauwerks belaufen sich auf rund 15 Millionen Euro. Bis die Fahrzeuge tatsächlich über die neue Brücke rollen, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Nach aktuellem Stand soll der Verkehr in Fahrtrichtung Erfurt im vierten Quartal 2026 auf das neue Bauwerk verlegt werden.

Bereits für das vierte Quartal 2027 ist der nächste große Schritt geplant. Dann soll unmittelbar neben der jetzt verschobenen Brücke ein zweites, nahezu baugleiches Bauwerk entstehen, das künftig den Verkehr in Richtung Kirchheim aufnimmt. Auch hierfür werden rund 15 Millionen Euro investiert.

Die neue Fuldabrücke ist Teil des Großprojekts „Bad Hersfeld West“, dem dritten Bauabschnitt beim Ausbau der A4 zwischen dem Autobahndreieck Kirchheim und der Anschlussstelle Wildeck-Obersuhl. Auf einer Länge von 3,9 Kilometern werden insgesamt fünf Brücken neu gebaut, darunter Bauwerke über den Becherbach, die Straße Am Schloss Eichhof, die Bundesstraße 62 und die Bahnstrecke sowie einen Altarm der Fulda.

Hinzu kommen zwei bis zu zehn Meter hohe Lärmschutzwände entlang der Eichhofsiedlung und des Johannesbergs, mehrere Stützwände, Regenrückhaltebecken und weitere Infrastrukturmaßnahmen. Allein im ersten Teilbauabschnitt werden rund 200.000 Kubikmeter Erdreich bewegt und etwa 70.000 Quadratmeter Asphalt verbaut.

Die Arbeiten im ersten Teilabschnitt liegen laut Autobahn GmbH im Zeitplan und sollen bis Ende 2028 abgeschlossen sein. Der zweite Teilabschnitt befindet sich derzeit noch in der Planungsphase und soll voraussichtlich bis Ende 2033 umgesetzt werden.

Auch östlich von Bad Hersfeld laufen die Ausbauarbeiten weiter. Im Bauabschnitt „Bad Hersfeld Ost“ wird die Autobahn auf weiteren 6,8 Kilometern erweitert. Dort sollen die Arbeiten im ersten Teilabschnitt Anfang 2027 abgeschlossen sein, während der zweite Abschnitt bis Ende 2031 fertiggestellt werden soll.

Insgesamt investiert der Bund nach Angaben der Autobahn GmbH rund 198 Millionen Euro in den Ausbau der A4 westlich von Bad Hersfeld. Für den Abschnitt „Bad Hersfeld Ost“ sind weitere 112 Millionen Euro vorgesehen.