Lokales FD 11.06.2026

Meilenstein am Klinikum: Professor Roland Koch feiert Antritt

Fulda (pk) – Festliche Atmosphäre im Hörsaal des Klinikums Fulda: Am Dienstag lud das Krankenhaus zur feierlichen Antrittsvorlesung von Prof. Dr. med. Roland Koch ein. Neben herzlichen Grußworten aus Klinikvorstand und Politik referierte Koch über Wege der Allgemeinmedizin „Zwischen KI und ärztlicher Kunst“.

Foto: Paul Kukula

Wie Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Menzel, Vorstandssprecher des Klinikums, sichtlich stolz betonte, markiert die Personalie den Antritt des ersten ordentlichen Professors für Allgemeinmedizin in Fulda seit dem Jahr 1805. „Wir alle im Klinikum und auch in der Stadt Fulda freuen uns sehr, mit Ihnen einen wissenschaftlich ausgewiesenen Allgemeinmediziner gewonnen zu haben, der sein Fach als zentrale Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Lehre und gesellschaftlicher Verantwortung definiert“, würdigte Menzel den Neuzugang. Die Allgemeinmedizin brauche für die Zukunft dringend exzellente Forschung und eine moderne Lehre.

Menzel skizzierte die zentralen Aufgaben der neuen Professur: „Wir wollen wissen, wie sich das Behandlungsverhalten sektorenübergreifend optimieren lässt, wir wollen untersuchen, wie wir Fehler in der Praxis weiter vermeiden können und wir wollen die Digitalisierung so gestalten, dass sie den Ärztinnen und Ärzten hilft.“ Genau in diesen Feldern bewege sich Koch.

Stationen im In- und Ausland

Im Rückblick auf den Werdegang des neuen Professors zeigte sich dessen internationale Erfahrung: In Marburg geboren, studierte Koch an der dortigen Universität Humanmedizin als Vollstipendiat. Nach seiner Approbation im Jahr 2008 zog es ihn mit seiner Familie nach Schweden. 2017 kehrte der Mediziner nach Deutschland zurück, um am Universitätsklinikum Tübingen zu arbeiten, wo er von 2019 bis Anfang 2023 als stellvertretender ärztlicher Direktor des Instituts tätig war.

Zum 1. Oktober übernahm Prof. Dr. med. Roland Koch schließlich die neu eingerichtete W3-Professur für Allgemeinmedizin am Campus Fulda der Philipps-Universität Marburg. „Wir sind stolz darauf, Sie als ersten ordentlichen Professor für Allgemeinmedizin begrüßen zu dürfen“, so Menzel. Glückwünsche aus der Universitätsstadt Marburg überbrachte zudem Prof. Dr. Michael Hertel. Der Dekan des Fachbereichs Medizin meldete sich per Videobotschaft zu Wort und betonte, wie motiviert Koch sei, in Fulda ein akademisches Umfeld für die Allgemeinmedizin aufzubauen.

Lob aus Marburg und der Politik

Auch Fuldas Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums, Dr. Heiko Wingenfeld, hob die Tragweite der Berufung für den gesamten Campus hervor. Dass Fulda wieder dauerhafter Standort für die akademische Ausbildung im Bereich der Humanmedizin sei, stelle eine große Errungenschaft für die Region dar, erklärte Wingenfeld. Dies sei ein starkes Signal für das kontinuierliche Wachstum und die enge Kooperation zwischen den Universitätsstandorten Marburg und Fulda – eine Entwicklung, die keineswegs als Selbstverständlichkeit anzusehen sei.

Frederik Schmitt, erster Kreisbeigeordneter und stellvertretender Landrat des Landkreises Fulda, begrüßte Koch ebenfalls herzlich. „Es gibt den schönen Satz: Die erste Pflicht des Arztes ist es, zuzuhören. Also die Beziehung zwischen Mensch und Arzt in den Mittelpunkt zu stellen, aber gleichzeitig auch neue Technologien sowie künstliche Intelligenz einzubinden und das alles miteinander zusammenzubringen – da braucht es tatsächlich wahre Brückenbauer, die diese gesamte Sprache sprechen“, betonte Schmitt. Davon könne die ganze Region nachhaltig profitieren.

Zwischen ärztlicher Kunst und KI

Vor dem Start seiner Antrittsvorlesung fand Koch zunächst einige persönliche Worte des Dankes. „Ich freue mich, dass so viele Menschen aus meinem Leben, aus ganz verschiedenen Schichten und aus verschiedenen Lebensabschnitten zusammengekommen sind“, so Koch. Im wissenschaftlichen Teil erklärte er dem Publikum anschaulich, wie medizinische Informationen in der hausärztlichen Praxis entstehen und wie diese sinnvoll verwendet werden können. „Das macht den Kern meines Forschungsinteresses aus“, unterstrich der Professor.

Dabei analysierte er die genaue Entstehung medizinischer Daten im ambulanten Setting sowie den Informationsfluss und die Qualität dieser Daten. Abschließend führte er beide Aspekte zusammen und beleuchtete die fundamentale Bedeutung medizinischer Informationen sowohl für die klassische ärztliche Kunst als auch für den zukünftigen Einsatz künstlicher Intelligenz.

Nach der Vorlesung bedankte sich Koch noch einmal emotional bei seinen zahlreichen Weggefährten. Dabei hob er besonders seine im Hörsaal anwesende Mutter sowie seine Ehefrau und seine vier Kinder hervor, die ebenfalls vor Ort waren.

Professor für Allgemeinmedizin Koch feiert Antritt. Fotos: Paul Kukula.