Fußball 04.06.2026

Kreisoberliga-Relegation – Mammutrunde auf Augenhöhe?

Osthessen (pk) – Nach einer langen Saison steht für fünf Fußballmannschaften aus den osthessischen A-Ligen der absolute Höhepunkt bevor: In einer Aufstiegsrunde spielen die Teams um den letzten verbleibenden Platz in der Kreisoberliga. Zum Auftakt empfängt die SG Nüsttal/Dammersbach am Donnerstag um 16 Uhr die SG Werratal. Zeitgleich misst sich der SC Motten mit der SG Distelrasen, während der VfL Lauterbach am ersten Spieltag spielfrei hat und sich zunächst zurücklehnen darf.

Der SC Motten (in Gelb) hat zum Auftakt der Fünferrelegation ein Heimspiel...

... und empfängt die SG Distelrasen um Daniel Fritz (rechts). Fotos: Natalia Lindt, Justin Klenner

Die Ausgangslage vor der Relegation ist einfach erklärt: Die fünf Vizemeister der A-Ligen treten im Modus „Jeder gegen Jeden“ gegeneinander an. Nur die Mannschaft, die am Ende der Runde den ersten Tabellenplatz belegt, erhält das begehrte Kreisoberliga-Ticket.

Heißer Auftakt: SC Motten trifft auf die SG Distelrasen

Mottens Trainer Michael Jäger nutzte das vergangene Wochenende, um den kommenden Kontrahenten beim letzten Saisonspiel persönlich unter die Lupe zu nehmen. „Sie haben schon einen sehr guten Eindruck gemacht“, erklärte Jäger mit Respekt vor dem fulminanten 9:0-Erfolg der Spielgemeinschaft gegen die Reserve der SG Gundhelm/Hutten. Mit stolzen 123 Saisontoren reist der Gegner an, doch eine taktische Kursänderung plant der Mottener Coach deshalb nicht. „Wir werden nicht bewusst defensiver spielen“, betont Jäger. Vielmehr liege der Fokus auf den eigenen Stärken. Der Übungsleiter verzichtet ohnehin darauf, ein bestimmtes Team in der Aufstiegsrunde hervorzuheben, da jede Mannschaft auf dem zweiten Tabellenplatz ihre Qualitäten besitze. Taktischen Rechenspielen aufgrund des Modus erteilt Jäger eine Absage: „Im Endeffekt wollen wir jedes Spiel erfolgreich gestalten.“ Dass dieses System unter Umständen zu komplizierten Konstellationen führen kann, ist den Vereinen bewusst. So droht im schlimmsten Fall schon nach zwei Spieltagen das vorzeitige Aus im Aufstiegsrennen. Aus diesem Grund herrscht im Lager der Beteiligten auch keine große Freude über das aktuelle Verfahren. Personell stehen dem Übungsleiter zum Start trotz der langen Saison nahezu alle Akteure zur Verfügung. Einzig hinter dem Einsatz von Felix Schleicher steht derzeit noch ein Fragezeichen.

Auch Distelrasens Trainer Christoph Jöckel ist über den Modus nach einer langen Saison nicht wirklich erfreut und kritisiert das Verfahren. Genau wie sein Trainerkollege machte auch er sich am vergangenen Wochenende ein Bild vom kommenden Gegner vor Ort. „Es ist eine gute Mannschaft mit viel Tempo und einem guten Stürmer“, lautet Jöckels Analyse. In dieser engen Runde von fünf spielstarken Mannschaften komme es zwischen allen Beteiligten vor allem auf die jeweilige Tagesform an. „Meiner Meinung nach darfst du kein Spiel verlieren“, so der Coach, der vor allem die Auftaktpartie als Schlüssel zum Erfolg sieht. Da das nächste Spiel erst am kommenden Mittwoch ansteht, gibt es für Donnerstag nur eine Marschroute: „Morgen werden wir alles raushauen.“ Trotz der enormen Offensivstärke seiner Mannschaft geht es dem Trainer primär darum, die richtige Balance zu finden. „Wir werden jetzt nicht mit wehenden Fahnen ins offene Messer laufen. Dafür ist Motten zu umschaltstark“, warnt Jöckel, der für die Partie taktische Veränderungen zum vergangenen Ligaspiel ankündigte. Personell kann die SGD bis auf die Langzeitfehlenden aus dem Vollen schöpfen.

Nüsttal empfängt Werratal mit voller Vorfreude

Der Trainer der SG Nüsttal/Dammersbach, Adam Veapi, sieht die Konstellation gelassen. „Die Rahmenbedingungen sind so, wie sie sind. Das gilt es zu respektieren“, zeigt sich der Coach pragmatisch, bevor das Sportliche gegen die SG Werratal in den Fokus rückt. Den Gegner selbst konnte er vorab nicht beobachten. Da die endgültige Tabellenkonstellation erst am letzten Spieltag mit dem 3:0-Erfolg gegen die SG Rasdorf/Soisdorf zustande kam, fehlten schlichtweg die zeitlichen Kapazitäten für eine Spielbeobachtung vor Ort. Aus diesem Grund reist der Auftaktgegner ohne detaillierte Analyse an, weshalb die Mannschaft die Partie wie jedes gewöhnliche Ligaspiel angehen wird. „Wir wollen jedes Spiel mit maximalem Einsatz angehen und jeden Gegner respektieren und ernst nehmen“, fordert Veapi. Insgesamt überwiegt im Lager der Nüsttaler die absolute Vorfreude auf die vier anstehenden Extraspiele. Wie schon während der gesamten Saison steht dem Trainer allerdings nicht der komplette Kader zur Verfügung. „Aber dafür sind wir ja im Breitensport“, kommentiert Veapi die personellen Engpässe entspannt.

Auch Werratals Übungsleiter Uwe Stückrath bewertet das Verfahren der Aufstiegsrunde als „sehr unglücklich“. Im Gegensatz zu seinem Trainerkollegen konnte er sich jedoch bereits vor einiger Zeit ein Bild vom kommenden Gegner machen. „Vom Niveau bewegen wir uns im gleichen Bereich“, lautet die Einschätzung des Trainers. Gerade die erste Partie sei entscheidend, um direkt Schwung mitzunehmen und einen Fehlstart zu vermeiden. „Brutal ist es, wenn du das erste Spiel verlierst“, betont Stückrath. Innerhalb des Vereins herrsche im Vorfeld kein aufgebauter Druck, unbedingt aufsteigen zu müssen. „Wir können daher ganz entspannt in die Aufstiegsrunde gehen“, erklärt der Coach. Sollte der Coup dennoch gelingen, wird dieser Erfolg im Werratal natürlich gerne mitgenommen. Die spielerische Marschroute steht für die Partie ebenfalls fest: „Wir werden uns nicht nach dem Gegner richten“, kündigt Stückrath an. Es gehe darum, dem Spiel bestmöglich den eigenen Stempel aufzudrücken. Bis auf ein bis zwei Ausfälle steht dem Trainer der Großteil seines Kaders zur Verfügung.

 

Aufstiegsrunde zur Kreisoberliga

 

Donnerstag

16 Uhr

SG Nüsttal/Dammersbach – SG Werratal

SC Motten – SG Distelrasen