„Der Schiedsrichter hat das ganze Spiel verpfiffen“, nahm Germanias sportlicher Leiter Leutrim Guri kein Blatt vor den Mund. In einem Spiel, in dem es für beide Mannschaften sportlich um nichts mehr ging, stellte Schiedsrichter Klaus Montag innerhalb von wenigen Minuten gleich drei Germanen-Spieler vom Platz. Auslöser waren demnach mehrere, aufeinanderfolgende Zweikämpfe im Mittelfeld nach etwas mehr als 70 Minuten. Montag pfiff keinen davon ab, woraufhin sich die Situation hochschaukelte – Asadullah Rahmatyar, Hysen Haxhiu und Vershim Nivokazi ließen sich im Anschluss zu einigen Worten hinreißen, die jedoch nicht Schiedsrichter Montag gegolten haben sollen – der Unparteiische interpretierte die Szenen jedoch anders und stellte das Trio vom Platz.
In der Nachspielzeit erwischte es dann auch noch Guri selbst, der in der ersten Halbzeit noch auf dem Platz gestanden hatte und später von der Seitenlinie aus „Jetzt hör auf, Mann“ in Richtung Montag gesagt haben soll. Vorausgegangen war demnach ein Foulspiel an Germania-Keeper Maximilian Schmidt, der mit Ball in der Hand am Kopf getroffen worden sein soll – Montag entschied jedoch auf indirekten Freistoß zugunsten Reulbach/Brands, mit der Begründung, der Schlussmann habe den Ball zu lange in der Hand gehalten. „Ich war ja bereits unter der Dusche, komme raus und kriege das mit den Platzverweisen mit. Ich war geschockt“, berichtete Guri: „Die Schiedsrichterleistung war desaströs, wir wollten eigentlich gar nicht mehr weiterspielen. Das erzeugt ein schlechtes Bild von der Mannschaft, da wirst du sofort in eine Schublade gesteckt, wenn man das sieht. In einem sportlich unbedeutenden Spiel ist das einfach ein fader Beigeschmack, so die Saison abzuschließen. Es ging um nichts mehr und auch das Spiel hat sowas überhaupt nicht hergegeben.“ Tätlichkeiten habe es laut Germania in jedem Fall keine gegeben.
Im Lager der SG Reulbach/Brand war der Frust der Germania zumindest nachvollziehbar: Auch die Verantwortlichen der SGRB sahen kein überhartes Spiel, geschweige denn überzogene Härte von Seiten der Gäste. Nach den betreffenden Zweikämpfen im Mittelfeld sei alles etwas unübersichtlich gewesen, eins habe dann zum anderen geführt. Beide Teams ließen sich von den Szenen den letzten Spieltag dennoch nicht kaputtmachen: Nach dem Spiel setzten sie beide Mannschaften nochmal bei Bier und Bratwurst zusammen. „Das Verhältnis zu den Verantwortlichen von Reulbach/Brand ist sehr gut“, heißt es von Germania-Seite abschließend.
