Fußball 06.06.2026

Kreisoberliga-Aufstiegsrunde – Dritter VfL-Anlauf und Druck für Werratal

Lauterbach/Herfa (pf) – Vier von fünf Teams sind schon in die Aufstiegsrunde zur Kreisoberliga gestartet, der VfL Lauterbach hatte noch frei – nun steht der Vizemeister der Fußball-A-Liga West vor seinen vier Partien, die binnen zehn Tagen über die Bühne gehen. Am Sonntag (16 Uhr) ist die SG Nüsttal/Dammersbach zu Gast in der Vogelsberger Kreisstadt.

Keeper William Löhn und die SG Werratal wollen – oder müssen – im zweiten Spiel der Aufstiegsrunde siegen. Foto: Christine Görlich

„Es ist im Prinzip wie in der Saison: Wir haben Sonntag gespielt, zweimal trainiert und haben jetzt das erste Spiel der Aufstiegsrunde vor uns“, sagt VfL-Spielertrainer Burak Ilgar, der darin aber lediglich einen Vorteil für die Aufgabe am Sonntag sieht: „Danach spielen wir alle drei Tage. Und nach 34 Spieltagen in der Liga, was für die A-Liga schon extrem ist, sind natürlich nicht alle topfit. Aber wir haben einen Kader, der breit genug ist, dass wir auch den einen oder anderen Ausfall kompensieren können“.

Die Lauterbacher hatten den ersten Gegner, die SG Nüsttal/Dammersbach, am Donnerstag beobachtet und sahen einen 2:0-Sieg des Mitte-Vizemeisters gegen Werratal. „Eine geschlossene Mannschaft, die über den Kampf kommt“, erwartet Ilgar, der sich auch über die anderen Gegner schon seine Infos eingeholt hat. „Aber erstmal waren uns natürlich alle fremd, das ist ja klar, wenn jeder in einer anderen Liga spielt“.

Was den Punkteschnitt angeht, hatten die Lauterbacher mit 2,0 in der Saison den schwächsten aller fünf A-Liga-Vizemeister – und Distelrasen mit 2,47 den besten. Dass das erstmal nichts heißen muss, zeigte sich bereits: Distelrasen verlor bei Motten/Kothen (2,32) zum Auftakt, und Werratal (2,43) verlor gegen Nüsttal (2,21). Doch die Sehnsucht in der Kreisstadt nach einem Aufstieg ist groß – vor allem, nach zwei verlorenen Relegationen: „Beim ersten Mal war es eine komplett andere Mannschaft“, merkt Ilgar an, der mit seinem Trainerkollegen Denis Erovic in der vergangenen Saison den VfL in die zweite Relegation führte – „aber da waren wir einfach noch nicht so weit“, erinnert sich der Coach: „Seitdem haben wir aber eine ordentliche Entwicklung genommen und uns verstärkt“. Doch die Aufstiegsrunde macht es diesmal nicht leichter, so Ilgar: „Du darfst dir keine großen Patzer erlauben, es kommt ja wahrscheinlich nur eine Mannschaft durch“.

„Jetzt ist der Druck da“

Wenn am Sonntag in Lauterbach der Ball rollt, wird zeitgleich um 16 Uhr auch in Heringen-Herfa gespielt: Die SG Werratal empfängt die SG Motten/Kothen und steht nach der Auftaktpleite schon etwas unter Druck, während die Gäste aus der Rhön Selbstvertrauen mitbringen. Werratals Trainer Uwe Stückrath ist nach der 0:2-Pleite in Dammersbach noch immer angeschlagen: „Wir waren schon sehr enttäuscht – ein Unentschieden wäre schon genug gewesen. Aber wir waren am Anfang gar nicht im Spiel, zu nervös – ich weiß gar nicht, warum. Die Mannschaft konnte befreit aufspielen“. Ihn habe das Spiel etwas an den Auftakt in die Relegation im Vorjahr erinnert – schon da scheiterte die SGW. Dann vergab der Nord-Vize auch noch die Chance aufs 1:0. „Das war in der ganzen Saison schon der Knackpunkt: Wir brauchen zu viele Torchancen“, so der Coach. Nun wird das erste Heimspiel schon zum Endspiel: „Jetzt ist der Druck da – genau das, was wir eigentlich nicht wollten. Wir müssen es gewinnen, sonst haben wir nur noch zwei Freundschaftsspiele“, macht Stückrath deutlich, der sich mit dem Gegner auseinandergesetzt hat: „Sie haben ein paar Jungs, die richtig gut kicken können. Aber wir brauchen da nicht mit den Knien zu schlottern, sondern müssen unsere Leistung bringen“. Neue „Reizpunkte“ wolle der Trainer mit ein paar Wechseln in der Startelf setzen, kündigt er an.