Die SG Distelrasen kommt aus dem Hinterhalt, nachdem sie das Auftaktspiel in Kothen verloren hatte: Es folgte der überzeugende Sieg gegen Werratal und nun das Topspiel in Lauterbach. Doch Trainer Christoph Jöckel sieht sein Team erstmal weniger unter Druck: „Lauterbach ist Favorit aus unserer Sicht, das ist eine spielstarke Mannschaft. Aber wir fahren dorthin, um drei Punkte mitzunehmen und uns die bestmögliche Ausgangsposition zu erarbeiten“. Denn auch der Süd-Vertreter hat es in eigener Hand: Zwei Siege in Lauterbach und gegen Nüsttal/Dammersbach, und der Aufstieg wäre unter Dach und Fach.
Noch „einfacher“ hat es Lauterbach dagegen nach zwei Siegen aus zwei Partien: Gewinnt der VfL am Samstag zuhause, darf gefeiert werden – den letzten Spieltag bräuchte es eigentlich gar nicht mehr, da nur eine Mannschaft aus der Fünfer-Gruppe hochgeht und der direkte Vergleich bei Punktgleichheit zählt. Das ist auch beim VfL schon angekommen, der sich erstmal auf das Wesentliche fokussiert – nämlich genau diesen direkten Vergleich nicht zu verlieren: „Wir haben die ersten beiden Spiele super gezogen – und jetzt wollen wir das dritte erst recht ziehen, weil es ein Alles-oder-nichts-Spiel ist“, macht Trainer Burak Ilgar deutlich.
Die Stärken der Lauterbacher liegen auf der Hand: Die Mischung im Team stimmt, der VfL hat aus zwei verlorenen Relegationen gelernt. Hinzu kommt Caner Akkus, der in der Saison 43 mal netzte und auch schon für drei Buden in der Aufstiegsrunde verantwortlich war. „Er macht es das ganze Jahr schon überragend, aber natürlich steht dahinter auch eine ganze Mannschaft“, sagt Ilgar: „Wir sind sehr vielseitig in unseren Qualitäten, haben erfahrene Spieler, aber auch junge Wilde“. Hier nennt der Coach zum Beispiel Winter-Zugang Alexander Prizko. Auch Distelrasen wird vorbereitet anreisen und versuchen, die Offensive aufzuhalten: „Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir gerade Akkus ausschalten können. Mal schauen, ob das funktioniert“, sagt Jöckel vor dem „Do-or-die-Spiel“: „Wenn wir gewinnen, ist alles gut, wenn wir verlieren, dann haben wir es auch nicht verdient. Das Positive ist: Wir haben es in der eigenen Hand“, so Jöckel weiter.
Lauterbachs Trainer Ilgar baut erneut auf eine gute Unterstützung der umliegenden Vereine wie schon im Heimspiel gegen Nüsttal, und will noch nicht an irgendwelche Feiern denken: „Distelrasen hat 123 Tore in der Saison geschossen, und auch nicht viele kassiert. Sie haben eine gute Mischung – ähnlich wie wir, mit erfahrenen und jungen Spielern. Bensing gibt im Mittelfeld den Ton an, und auf Außen haben sie schnelle Leute wie Cedric Dietz“, sieht Ilgar ähnliche Gegebenheiten wie in seinem Kader und gibt abschließend die Marschroute vor: „Wir werden uns auf keinen Fall hinten rein stellen, sondern gehen dieses Spiel wie eine Mannschaft an, die aufsteigen will. Aber: Wir müssen zusehen, dass wir nicht ins offene Meser laufen“.
Im Parallelspiel um 16 Uhr in Nüsttal zwischen der SG Nüsttal/Dammersbach und dem SC Motten wird eine Mannschaft die Segel streichen müssen – mindestens. Werratal ist spielfrei, aber hat ohnehin keine Aufstiegschancen mehr.
