„Wir haben immer die ganz besondere Freude, diese wichtige Veranstaltung in einem angemessenen Rahmen zu präsentieren und möglichst viele Menschen mit dem Thema zu konfrontieren“, begrüßte Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel die Anwesenden. Multiple Sklerose ist eine komplexe und unsichtbare Krankheit, die das Leben Betroffener tiefgreifend verändert. „Wir sind stolz darauf, dass wir hier im Klinikum Fulda eine herausragende neurologische Abteilung bieten können“, so Menzel. Der Infotag soll dazu dienen, sich auszutauschen, voneinander zu lernen und sich gegenseitig Mut zu machen.
„Zuversicht ist eine ganz wichtige Komponente bei jeder Art chronischer Erkrankung“, so Menzel weiter und hält dazu an: „Niemand soll sich allein fühlen, der an MS leidet.“
Auch Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld war vor Ort. „Danke an den medizinischen Fortschritt“, betonte der OB und hob die Wichtigkeit des Themas hervor. „Es ist viel bedeutsamer, sich persönlich austauschen zu können“, so der Wingenfeld, der auch auf die Beratungsstelle in Fulda in der Buttlarstraße 24 aufmerksam machte.
Prof. Dr. Tobias Neumann-Haefelin machte in seiner Rede ebenfalls darauf aufmerksam, wie wichtig dieses Thema ist. „Die entscheidende Botschaft des Tages ist, was können wir als Neurologie beitragen? MS ist für uns eine enorm wichtige Erkrankung, weil es so viele Betroffene gibt. Aber es gibt gute Behandlungsmöglichkeiten“, so Neumann-Haefelin: „Die Krankheit ist leider noch unheilbar, aber wir können die allermeisten so behandeln, dass sie sehr lange in einen sehr guten Zustand verbleiben.“ Auch ihm sei der Austausch über die Krankheit sehr wichtig.
Auch Prof. Dr. Dirk Breitmeier war vor Ort und hob den Austausch untereinander hervor: „Ich finde das eine ganz tolle Sache, das ist immer so schön, man spricht immer von Networking“, so Breitmeier, der ebenfalls die fortschrittlichen Behandlungsmöglichkeiten thematisierte: „Ich hoffe, dass MS bald heilbar sein wird.“
Tanja Stadler, die selbst von MS betroffen ist, bedankte sich bei allen für zahlreiches Erscheinen und die Unterstützung. „Wir haben uns mittlerweile ein so tolles Netzwerk erarbeitet, dass wir damit auch ganz viele Menschen erreichen können“, so Stadler.
Maja Litzenbauer, selbst auch eine Betroffene, erzählte von ihren Erfahrungen. „Es ist jeden Tag ein Überraschungspaket“, so Litzenbauer. Ihr fehle oft die Energie, sie lasse sich aber dennoch nicht unterkriegen. Litzenbauer hat ihre Diagnose mit 22 Jahren bekommen, Symptome habe sie schon vorher gehabt, zum Beispiel Kribbeln in den Armen, überwiegend in der rechten Seite. Bei ihr trete die Krankheit immer schubweise auf, sodass sie sich kaum darauf einstellen kann. „Es sind die unsichtbaren Sachen, wie zum Beispiel, dass ich einfach stehe, mich aber die ganze Zeit festhalten muss“, so Litzenbauer.
Diagnostiziert werden kann Multiple Sklerose durch ein MRT des Kopfes und der Wirbelsäule. Das Immunsystem greift dabei fälschlicherweise den eigenen Körper an. Dadurch werden die Schutzhüllen der Nerven im Gehirn und Rückenmark beschädigt, was die Weiterleitung von Signalen stört.
