„Es geht um Gerechtigkeit. Wer ein Leben lang schwer gearbeitet hat, soll nicht noch durch längere Arbeitsjahre und niedrigere Renten bestraft werden“, betonte der AfA-Vorsitzende Lukas Nörmerich. Eine Anhebung des Renteneintrittsalters bei gleichzeitig sinkendem Rentenniveau sei kein geeigneter Weg, um die wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen.
„Es ist schlicht nicht möglich, mit 70 Jahren weiterhin schwere körperliche Arbeit zu leisten“, erklärte Erwin Roth. Dies gelte insbesondere für viele Beschäftigte in körperlich anspruchsvollen Berufen. Gerade im Vogelsberg, wo Handwerk und Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielen, sei es unrealistisch zu erwarten, dass viele Menschen erst mit 70 Jahren in den Ruhestand gehen könnten.
Auch ein Absinken des Rentenniveaus auf 46 Prozent würde nach Auffassung der AfA erhebliche Einschnitte für die kommenden Generationen bedeuten. „Das ist ein direkter Weg in die Altersarmut“, warnte der stellvertretende Vorsitzende Bernhard Bender. „Nach einem Leben voller Arbeit kann und darf das nicht der Lohn sein.“
Die AfA Vogelsberg fordert daher ein klares Bekenntnis zu den arbeitenden Menschen und eine Politik, die den Schutz vor Altersarmut sowie eine verlässliche Versorgung nach einem langen Arbeitsleben in den Mittelpunkt stellt. Dies müsse ein Grundsatz sozialdemokratischer Arbeits- und Wirtschaftspolitik bleiben.
Die AfA spricht sich weiterhin für eine solidarische Rentenversicherung aus, in die alle Erwerbstätigen – auch Beamte, Selbstständige und Abgeordnete – einzahlen. Darüber hinaus müsse geprüft werden, wie Unternehmensgewinne und Kapitalerträge stärker zur langfristigen Stabilisierung der Rentenversicherung beitragen können. Ziel sei es, auch künftig eine sichere und verlässliche Altersversorgung zu gewährleisten.
