„Die sportlichen Ergebnisse in der letzten Saison waren nicht so positiv“, erläutert Christian Krätzig, stellvertretender Abteilungsleiter der Handballabteilung des HSV und nannte damit bereits den entscheidenden Punkt für den freiwilligen Abstieg: „Wir haben uns die Frage gestellt, was die Mannschaft möchte, und das sind in erster Linie einfach mal wieder Erfolgserlebnisse.“
Der HSV beendete die vergangene Spielzeit in der Oberliga auf dem zwölften Tabellenplatz, mit einer Bilanz von einem Remis und 21 Niederlagen aus 22 Spielen. Sportlich hätten die Hünfelder damit dennoch die Klasse gehalten, da der Eschweger TSV und der VfL Wanfried ihre Mannschaften bereits 2025 zurückzogen und der TSV Vellmar sowie die MSG Körle/Guxhagen in der Regionalliga auf den letzten Metern den Klassenerhalt perfekt machten. Dass der HSV überhaupt in die BOL Melsungen/Fulda absteigen „darf“, macht eine besondere Konstellation möglich: Sportlich stieg die HSG Waldhessen in die Bezirksliga ab, dazu kam der freiwillige Rückzug der HSG Jestädt/Grebendorf – so wurde ein Platz in der Bezirksoberliga frei. Dieser wäre an die Reserve der TG Rotenburg gegangen, die in der Bezirksliga Zweiter wurde. Da deren erste Mannschaft allerdings bereits in der BOL spielt, war die „Zweite“ nicht aufstiegsberechtig – im Gegensatz zur Reserve des Hünfelder SV, die als Dritter nun zumindest formell aufsteigt. Diesen Platz übernimmt nun allerdings die erste Mannschaft des HSV, die „Zweite“ geht in der Bezirksliga an den Start, wo die Haunestädter in der kommenden Saison außerdem noch eine dritte Mannschaft gemeldet haben.
„Wir wollen unseren Weg mit jungen und hungrigen Spielern weitergehen. Und da sind die Entwicklungschancen in der BOL einfach größer“, führt Christian Krätzig weiter aus: „Wir wollen den jungen Spielern Spielanteile geben, und dann vielleicht in zwei oder drei Jahren wieder dort sein, wo wir herkommen.“ In der Bezirksoberliga will der HSV dennoch oben mitspielen, „was mit dem Kader auch möglich ist“, betonte Krätzig: „Es kommt aber auch darauf an, wie sich die Jungs entwickeln, um langfristig aus dieser Talphase herauszukommen.“
Mit externen Neuzugängen planen die Haunestädter derweil nicht, stattdessen stoßen sechs Spieler aus der eigenen A-Jugend zur ersten Mannschaft. „Insgesamt haben wir so einen Kader von 17 oder 18 Spielern, die hoffentlich alle sehr hungrig sind“, richtet Krätzig den Blick nach vorne: „Auch den Zuschauern sind Siege natürlich lieber als Niederlagen. Dazu wollen wir einige, andere Spielsysteme etablieren, das ist in der BOL einfach eher möglich als in der Oberliga.“
