Verbandsliga
„Der Tennisgott war gestern ein Rot-Weißer“ – mit diesen Worten fasste Teamleiter Uli Fromm einen denkwürdigen Spieltag in der Sechser-Verbandliga zusammen. In einem hochdramatischen Duell beim direkten Konkurrenten Buchschlag setzten sich die Fuldaer mit 5:4 durch und sammelten einen enorm wichtigen Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt. Dabei standen die Vorzeichen alles andere als günstig. Aufgrund starker Regenfälle konnte die Begegnung erst um 13 Uhr beginnen. Doch was folgte, entwickelte sich zu einem wahren Tennis-Krimi, der erst um 21.30 Uhr sein Ende fand. Nach den sechs Einzeln stand es ausgeglichen 3:3. Die Gastgeber waren mit einer starken Mannschaft angetreten, darunter zwei Argentinier sowie ein serbisches Nachwuchstalent.
Im Spitzeneinzel zeigte der für Fulda spielende Franzose Arthur Bonnaud eine beeindruckende Leistung. In einem engen und hochklassigen Match behielt er die Nerven und holte einen wichtigen Punkt. Leopold Stock lieferte ebenfalls ein starkes Spiel, musste sich jedoch einem der Argentinier geschlagen geben. Fabian Neff hatte gegen das druckvolle und äußerst aggressive Spiel des serbischen Nachwuchs-Cracks das Nachsehen und unterlag mit 3:6 und 4:6. Für die weiteren Fuldaer Punkte sorgten Kiano Litz und Max Hajok, die ihre Begegnungen souverän gewinnen konnten. Benedikt Reith kämpfte auf Position fünf verbissen, verlor jedoch unglücklich in einer engen Partie.
Und so mussten die Doppel die Entscheidung bringen – und diese hatten es in sich: Nach stundenlangem Kampf gingen tatsächlich alle drei Doppel in den Match-Tie-Break. Die Spannung auf der Anlage war kaum noch zu überbieten. Den entscheidenden fünften Punkt für Fulda holte schließlich das Doppel Reith/Hajok, das die Nerven behielt und den umjubelten Sieg perfekt machte. Anschließend kannte der Jubel keine Grenzen mehr. „Für solche Momente macht man diesen Sport und spielt in einer Mannschaft. Wir lagen uns alle in den Armen“, berichtete Fromm.
Doch damit war der außergewöhnliche Tag noch lange nicht zu Ende: Durch den verspäteten Spielbeginn und die lange Spieldauer verpasste Bonnaud seine geplante Rückreise nach Paris. Ein Problem, denn der Franzose muss bereits am nächsten Morgen um 8 Uhr wieder auf den Trainingsplätzen von Roland Garros stehen. Dort arbeitet er aktuell als Hitting-Partner der Tennis-Elite und trainierte in den vergangenen Wochen unter anderem Jannik Sinner, Gaël Monfils und Matteo Berrettini. Als nach Spielende kein Zug mehr Richtung Frankreich fuhr, fassten Fulda-Kapitän Kiano Litz und sein Vater kurzerhand einen bemerkenswerten Entschluss: Sie setzten sich ins Auto und brachten Bonnaud noch in derselben Nacht persönlich nach Paris. „Das habe ich noch nicht erlebt. So ein Einsatz für den Verein und die Mannschaft – eine wahnsinnige Aktion von Vater und Sohn. Danke!“, sagte ein sichtlich beeindruckter Uli Fromm. So blieb am Ende nicht nur ein enorm wichtiger Sieg für Rot-Weiß Fulda in Erinnerung, sondern auch ein Beispiel für Teamgeist, Zusammenhalt und Leidenschaft, wie ihn nur der Sport schreiben kann. An diesem Tag war der Tennisgott tatsächlich ein Rot-Weißer.
Punkte für RW Fulda: Arthur Bonnaud, Kiano Litz, Max Hajok (w.o.), Stock/Litz, Reith/Hajok.
In der Vierer-Verbandsliga musste sich GW Fulda über das Ergebnis ärgern: Es gab lediglich ein 3:3 im Heimspiel gegen TK Langen III. „Die Vorhersage war ja so lala – wir sind gleich um 9 Uhr auf allen vier Plätzen gestartet und waren dann mit den vier Einzeln auch durch, bis es stark geregnet hatte“, berichtete Teamchef Falk Hartmann. Er selbst und Daniel Orlita gewannen klar, während Aron Tukacs und Eric Hahn ihre Einzel verloren. Dann ging es aufgrund des Wetters in die Halle – und dort teilten sich beide Teams dann auch die Spiele auf: Orlita/Hartmann siegten deutlich, während Tukacs/Hahn im ersten Satz noch Satzbälle vergaben, und dann mit 5:7, 2:6 verloren. „Dadurch waren wir etwas näher am Sieg – aber das zählt im Ergebnissport Tennis dann auch nicht mehr“, sagte Hartmann: „Wir wollten schon gerne gewinnen, aber realistisch betrachtet und vom Spielerischen her, ging das 3:3 am Ende in Ordnung. Es bringt nichts, uns zu ärgern, es geht weiter“. Im Vergleich zum nächsten Gegner und Tabellenführer Schwanheim ist GW Fulda damit nun leicht im Hintertreffen.
Punkte für GW Fulda: Daniel Orlita, Falk Hartmann, Orlita/Hartmann.
BW Petersberg verlor indes auch das zweite Spiel nach dem Aufstieg in die Verbandsliga: Erneut mussten die Petersberger auswärts ran, und kassierten bei besagtem TC Schwanheim ein 1:5. Dabei verlor Michael Ritz sein Einzel unglücklich im Champions Tiebreak, nur Alexander Gepperth punktete – das Duell war damit nicht mehr zu gewinnen für Petersberg. Anschließend gingen auch noch beide Doppel verloren.
Punkt für BW Petersberg: Alexander Gepperth
Gruppenliga
RW Fuldas zweite Herrenmannschaft kassierte in der Sechser-Gruppenliga die zweite Niederlage der Saison: Die Fuldaer hatten sich auf das erste Heimspiel gefreut, zogen aber mit 3:6 gegen Bergen-Enkheim III den Kürzeren und stehen erstmal auf dem vorletzten Tabellenplatz.
In der Vierer-Gruppenliga ist BW Bad Hersfeld das einzige osthessische Team mit zwei Siegen aus zwei Spielen – am Sonntag gelang ein 5:1-Heimefolg gegen den SV Neuhof. BW Hünfeld kassierte eine 0:6-Heimpleite gegen den Kasseler TC, Bad Soden-Salmünster gewann zuhause mit 4:2 gegen Beisheim und der TC Marbach verlor 1:5 in Bad Sooden-Allendorf.
Junioren
Nach einer 1:5-Pleite zum Auftakt haben die U18-Junioren der MSG RW Fulda/TC Eichenzell immerhin den ersten Punkt der Saison in der Nachwuchs-Gruppenliga geholt: Am Samstag holten die Jungs ein 3:3 bei Bieber/Obertshausen. Unglücklich: Während Leopold Hohmann und Elias Alexis ihre Einzel souverän gewannen, mussten Luis Gutjahr und Jakob Dragon in den Champions Tiebreak und zogen jeweils den Kürzeren.
