„Ein Abiturzeugnis ist keine Momentaufnahme, sondern steht für einen Zeitraum, für Ausdauer, eine steigende Lernbereitschaft, zunehmende Disziplin und persönliche Entwicklung.“ Mit diesem Resümee begann Schulleiter Friedhelm Walther seine Rede, mit der er sich den jungen Menschen zuwandte. Er blickte zurück auf die dreijährige Oberstufenzeit, die zum einen immer noch von der Pandemie geprägt war, zum anderen aber auch von den aktuellen Krisen und Konflikten sowie immer schneller werdenden Veränderungen. Dies mache deutlich, dass Frieden, Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeiten seien, sondern von den Menschen immer wieder neu gestaltet werden müsse – auch wenn dies oft anstrengend sei. Walther nannte „Future Skills“ wie kritisches Denken, Selbstmanagement, geistige Flexibilität, Resilienz, Kreativität oder ökologisches Bewusstsein als wichtige Faktoren, um den Herausforderungen gerecht zu werden. Zu diesen zählte der Schulleiter auch die Künstliche Intelligenz, die große Entwicklungschancen und viel positives Potenzial biete, beispielsweise in der Wissenschaft, der Produktivität oder bei Lösungen komplexer Probleme. Gleichzeitig könne sie für Desinformation missbraucht werden, Vorurteile stärken und zur Spaltung der Gesellschaft beitragen. „Gerade deshalb werden Eigenschaften wie Empathie, Kreativität, Verantwortungsbewusstsein und ethisches Urteilsvermögen in Zukunft noch wichtiger werden“, appellierte Walther an die Abiturientinnen und Abiturienten: „Nutzen Sie die Möglichkeiten der Digitalisierung, aber vergessen Sie nie die Bedeutung des persönlichen Gesprächs, der zwischenmenschlichen Begegnung und des kritischen Nachdenkens.“ Er wünschte den jungen Menschen, dass sie mutig ihren eigenen Weg gehen, offen bleiben für Neues und: „Vergessen Sie nie, dass Freiheit auch mit Verantwortung verbunden ist.“
In seiner Rede dankte Walther auch den Familien, die die Schülerinnen und Schüler begleitet und unterstützt hatten. Sein Dank galt auch seinem Kollegium, insbesondere der Abteilungsleiterin Fulya Kahraman, dem Koordinator Dominik Stradal sowie den Tutorinnen und Tutoren Anne Schlusche und Angela Karabas (Erziehungswissenschaften), Dr. Eva Lenz (Gesundheit) und Johannes Breidt (Praktische Informatik).
Auch Fulya Kahraman und Dominik Stradal richteten ihre Worte an die Abiturientinnen und Abiturienten und die Gäste im Saal. Sie gratulierten den Absolventen dazu, dass sie bewiesen haben, dass sie einer solchen Herausforderung wie den Prüfungen für den höchsten deutschen Schulabschluss gewachsen sind. Sie hätten in den vergangenen drei Jahren auch gelernt, Verantwortung zu übernehmen, sich gegenseitig zu unterstützen und ihren eigenen Weg zu finden. „Viele von euch haben erfahren, dass Erfolg nicht einfach entsteht, sondern aus Ausdauer, Einsatz und manchmal auch aus der Fähigkeit, nach einem Misserfolg wieder aufzustehen“, blickte Stradal zurück. Das Abitur sei kein Endpunkt, sondern ein Aufbruch, sagte der Koordinator: „Vor euch liegt nun etwas Großes: die Freiheit, euren eigenen Weg zu wählen.“ Auch Kahraman und Stradal betonten, dass dazu auch Verantwortung und Haltung gehörten, dass man neugierig und offen bleiben solle und dass Menschen mit Wissen und Haltung gefragt seien.
Nach den Ansprachen konnten die Abiturientinnen und Abiturienten ihre Zeugnisse entgegennehmen. Allen waren Freude und Stolz anzumerken, und sie dankten neben den Tutorinnen und Tutoren auch den Lehrkräften des zweiten Leistungskurses, Sarah Schäfer und Fulya Kahraman.
Mit einem abwechslungsreichen Programm übernahmen die Abiturientinnen und Abiturienten den weiteren Abend, moderiert von Maja Mettler und Sarah Römer, die selbst in einer launigen Ansprache ihre Schulzeit Revue passieren ließen.
Im weiteren Verlauf konnte Fulya Kahraman noch verschiedene Ehrungen vornehmen: Der Abiturient Amer Alsabagh wurde für die Begabtenförderung der Studienstiftung des deutschen Volkes vorgeschlagen. Er überzeugte mit herausragenden schulischen Leistungen – einem Abiturdurchschnitt von 1,1 - und einem besonderen gesellschaftlichen Engagement, u.a. im Kreisjugendparlament. Neben dieser Auszeichnung erhielt er auch den Abiturpreis Mathematik der Deutschen Mathematiker-Vereinigung sowie einen Preis im Fach Praktische Informatik, hier gemeinsam mit Nikita Samoilenko. Maja Mettler und Laura Euler erhielten einen Sonderpreis für ihren Social-Media-Workshop, den sie für die Lehrkräfte der Max-Eyth-Schule konzipiert hatten.
Sowohl Amer Alsabagh als auch Nikita Samoilenko dankten der Schule für die Auszeichnungen, aber auch für die letzten drei Schuljahre, die ihnen neben dem Lernen auch vieles andere – Kursfahrten, Gespräche, Diskussionen, Freundschaften und Perspektiven – ermöglicht hätten. Nikita Samoilenko werde an die Max-Eyth-Schule als einen Ort nicht nur des Lernens, sondern auch als einen Ort voller Wärme und Zugewandtheit zurückdenken, sagte er und betonte auch von Seiten der Abiturientinnen und Abiturienten die Bedeutung, Verantwortung zu übernehmen: „Wir sind die Zukunft.“
