Wenn am Mittwochabend die ersten Relegationsspiele in Lütter und Seiferts angepfiffen werden, wird die heißeste Phase im Amateurfußball eingeläutet. Die nächsten Tage stehen ganz im Zeichen von Aufstiegen, Abstiegen, Entscheidungen, Abschieden und Emotionen. Klassenleiter Klaus Bodusch jedenfalls freut sich – auf die Spiele, aber auch schon aufs neue Jahr: „Über die Gruppenliga brauchen wir nicht zu sprechen – für mich ist das die attraktivste Liga in der ganzen Region. Da kann man sich jetzt schon freuen, unabhängig davon, wer noch aufsteigt und was mit Eiterfeld oder Neuhof passiert. Da wird attraktiver Fußball gespielt – und ohne Glaskugel kannst du schwer einen Meister voraussagen“.
Eiterfeld/Leimbach und Neuhof sind die richtigen Stichworte: Denn nach dem verspäteten Rückzug der SG Aulatal, der dem SV Großenlüder die Relegation verwehrte, in die nun Vogelsberg muss, hängt es von der Relegation zur Verbandsliga Nord ab, wie viele am Ende aus der Gruppenliga-Relegation jubeln dürfen. Das Endspiel hat Bodusch schon mal sicherheitshalber zwei Tage nach hinten verschoben: auf Donnerstag, 11. Juni. „Es ist ja noch gar nicht sicher, ob wir das überhaupt brauchen. Aber die Ausrichter wüssten für den Fall Bescheid“. Denn sollten Eiterfeld/Leimbach und Neuhof, die nicht gegeneinander spielen, es beide ins Endspiel ihrer Relegation schaffen, würden zwei Teams aus der Gruppenliga-Relegation jubeln und ein Finale wäre nicht nötig. Doch vorgesorgt ist selbstverständlich: „Einige Vereine haben sich gemeldet. Ich musste sogar ein paar schon absagen, weil es geografisch nicht gepasst hat – der Spielort soll ja ziemlich in der Mitte liegen“, so Bodusch: „Aber es haben sich wirklich viele Vereine frühzeitig bereiterklärt, das auszurichten“, lobt er. Sollte Bebra es ins Finale schaffen, käme Niederaula als Spielort infrage, in allen anderen Fällen verschiebt sich der Blick etwas weiter nach Süden. „Wir warten ab, wie die ersten Spiele laufen“, sagt der Klassenleiter. Klar ist: Sollten entweder Eiterfeld oder Neuhof am Donnerstag klar ins Hintertreffen geraten, müsste das Finale der Gruppenliga-Relegation ernsthaft geplant werden.
Ein sehr unwahrscheinlicher Fall ist noch, dass gleich drei Teams feiern könnten – aber nur dann, wenn viele Eventualitäten eintreten. Dieser Rattenschwanz beginnt schon ganz oben, der FC Eddersheim müsste hoch in die Regionalliga. „Da ist noch sehr viel Theorie dabei“, macht sich Bodusch erstmal keine Gedanken, weist aber darauf hin, dass in diesem Fall das Endspiel am 11. Juni doch wieder gebraucht würde – und zwar für die beiden Verlierer der Halbfinals zwischen Vogelsberg und Ehrenberg sowie Lütter und Bebra.
Zumindest eins wünscht sich der Klassenleiter – und wohl auch alle Fans der Region: Stimmungsvolle Relegationsspiele, sowie große Kulissen mit vierstelligen Zahlen. Ob das Endspiel vergangenes Jahr in Hünfeld zwischen Thalau und Dittlofrod vor 2300 Zuschauern getoppt wird, bleibt abzuwarten. Im Norden und Süden, im Vogelsberg und in der Rhön müssen sie jedenfalls gerüstet sein…
