„Wir waren am Sportplatz, nur leider am falschen“, sagt FSG-Trainer Kevin Steudter – nur um mit seiner Mannschaft die 2:4-Niederlage des RSV Petersberg in Bachrain zu sehen. Die Petersberger waren am Samstag bereits im Vogelsberg und schauten sich ihren potenziellen Gegner an. Nun kam alles anders. Die SG Ehrenberg trumpfte bei Borussia Fulda auf und rückte dank des gewonnenen direkten Vergleichs noch am RSV vorbei. Auch für SGE-Trainer Jens Keim kam das etwas überraschend: „Wir wollten nur das letzte Spiel gewinnen und genießen, weil es ja auch gut hätte sein können, dass es für ein paar Jungs das letzte mit der Mannschaft wird“. Aus der Lockerheit wurde dann Ernst, als zwischendurch das Parallel-Ergebnis durchsickerte. „Eigentlich wollten wir keine hören. Hinter uns wurde es dann irgendwann reingerufen, und dann wurden wir am Ende nochmal etwas nervös, weil wir den Sack nicht zubekommen haben“. Doch in einer „verrückten“ KOL Mitte konnte alles passieren, das wusste Keim vorher: „Es war keiner so wirklich konstant, weder Borussia, noch Petersberg oder wir. Aber über die komplette Saison haben wir in entscheidenden Momenten unsere Leistung gebracht und auch viele Punkte gegen die Konkurrenten oben geholt“.
Nun steigt am Mittwoch das Halbfinal-Hinspiel der Relegation in Seiferts - und Vogelsbergs Coach Steudter sieht zumindest keinen Nachteil darin, zuerst auf Reisen gehen zu müssen. „Es ist eine große Distanz, aber es geht halt auch um einiges“. Die FSG siegte am Samstag gegen Schlüchtern und erlebte dabei gar eine emotionale Achterbahnfahrt: Selbst die Ergebnisse aus dem Ticker, die die Zuschauer links und rechts von der Bank liefen hatten, waren nicht immer genau weitergegeben worden. „Wir dachten, Großenlüder drückt. Daher sind wir auch weiter nach vorne marschiert. Wir haben das teilweise aufgeschnappt, aber haben das in Überzahl auch gut gemacht. Letztlich war das Spiel ein Spiegelbild der gesamten Saison, mit allen Höhen und Tiefen“.
Für Vogelsberg sei es nun kein Druck, drinbleiben zu müssen, sondern Steudter sieht die Relegation „eher als Chance: Wir brauchen bei 42 Punkten als Aufsteiger nicht über eine schlechte Runde sprechen oder es kleinreden. Wir hatten in der Liga schon ein paar Endspiele, und jetzt eben noch weitere“.
Die Trainer selbst haben indes ein enges Verhältnis – Steudter wirkte mit Keim einige Jahre beim TSV Lehnerz. Das sieht auch der Ehrenberger Coach so: „Ich freue mich tierisch auf das Wiedersehen, einige Spieler kenne ich auch noch aus Bronnzeller Tagen“. Die SGE verspürt wiederum wenig Druck, nun aufzusteigen: „Die Verantwortlichen haben schon zusammengesessen, wie wir das in Seiferts alles auf die Beine stellen. Das größte Problem wir wahrscheinlich die Parkplatzsituation sein. Aber für Getränke und Essen wird gesorgt, und wir hoffen auf ein tolles Event für alle, und dass die ganze Rhön kommt. Das ist einfach eine tolle Erfahrung für die vielen jungen Spieler, und auch die zwei, drei, die ihre Schuhe an den Nagel hängen, ein geiler Abschluss“, sagt Keim: „Aber: Letztlich geht man in solche Spiele, um sie auch zu gewinnen“. Auch Steudter rechnet mit einer stimmungsvollen Kulisse und viel Euphorie in der Rhön, doch der FSG-Anhang will dagegenhalten.
Die Nachricht vom Rückzug der SG Aulatal wiederum kam bei der FSG Vogelsberg gar nicht gut an, schließlich wäre der Klassenerhalt fix gewesen, hätte Aulatal drei Wochen vorher den Abstieg offiziell angekündigt. Steudter will sich nun auf das Sportliche kommentieren, sagt nur: „Es kann sich jeder seine Meinung selbst bilden, die Statuten sind, wie sie sind. Alles andere raubt uns jetzt nur die Kraft“.
