Während die Künzeller in der Hinrunde mit starken Leistungen überzeugten und sich in der oberen Tabellenhälfte etablierten, geriet die Mannschaft in der Rückrunde zunehmend unter Druck. Zahlreiche personelle Ausfälle und Veränderungen innerhalb des Kaders machten sich bemerkbar. Der Klassenerhalt konnte letztlich zwar gesichert werden, allerdings erst auf den letzten Metern. Trainer Jochen Maikranz blickt deshalb mit gemischten Gefühlen auf die vergangenen Monate zurück. „Für uns geht es jetzt um einen Restart. Wir hatten uns im Herbst einiges an Abläufen und Strukturen erarbeitet. Durch die personellen Entwicklungen ist uns das Stück für Stück wieder auseinandergeglitten. Die Mannschaft hat dann mit großer Kraft den Klassenerhalt eingetütet“, so der Coach.
Die anstehende Vorbereitung steht deshalb ganz im Zeichen der Stabilisierung und Weiterentwicklung: Durch die Veränderungen im Kader sieht Maikranz die Aufgabe darin, erneut eine funktionierende Einheit zu formen. „Weil sich personell speziell in der Rückrunde einiges getan hat, geht es jetzt darum, ein neues Team zu formen und die Mannschaftsteile zu stabilisieren. Wir wollen alle mitnehmen, die sich einbringen, und schnellstmöglich wieder eine Einheit auf und neben dem Platz erkennen lassen.“
Besonders die Entwicklung der jungen Spieler bleibt ein zentraler Baustein der Vereinsphilosophie. Gleichzeitig sieht der Trainer einen wichtigen Ansatzpunkt in einem anderen Bereich. „Wir wollen die jungen Spieler weiter voranbringen. Wichtig ist aber auch die Verfügbarkeit. Dort haben wir großes Optimierungspotenzial. Nur so lässt sich eine nachhaltige Entwicklung umsetzen. Das ist uns in der Rückrunde personell bedingt schwer gefallen.“ Für Maikranz geht es dabei nicht ausschließlich um fußballerische Aspekte. „Diese Mannschaft ist immer noch relativ jung. Deshalb wollen wir die Persönlichkeitsentwicklung vorantreiben und eine positive Leistungskultur anregen.“ Die vergangene Rückrunde habe deutlich gezeigt, dass Konstanz in der ausgeglichenen Gruppenliga entscheidend ist. „Mit dem Verlauf der Rückrunde waren wir nicht zufrieden. Wir sind heilfroh, dass wir die Ligazugehörigkeit sichern konnten. Aber wir schauen nach vorne und wollen aus dieser Situation Stärke und Erfahrung ziehen“, betonte der Trainer: „Das Jahr 2026 war mit einzelnen Ausnahmen über weite Strecken auf Abstiegsniveau. Uns hat die Konstanz gefehlt, deswegen gilt es nun, die Basics, die Abläufe und die Strukturen wieder zu implementieren.“
Unterstützung sollen dabei auch die Neuzugänge liefern. Valentin Münzenberg, Michael Wolff, Yannick Kretsch sowie die Julius Klering und Silas Paul aus der eigenen Jugend schlossen sich dem Team an. Vor allem die externen Neuzugänge bringen bereits Erfahrung mit und sollen der Mannschaft zusätzliche Stabilität verleihen, erläuterte Maikranz, der zum Vorbereitungsstart zwar wieder auf einen etwas breiteren Kader zurückgreifen kann – personelle Wermutstropfen gebe es dennoch: „Bei Franz Jestädt beispielsweise ist noch kein Ende der Leidenszeit in Sicht, ähnlich sieht es bei Jonas Schmidt aus.“ Der Youngster, der vor der abgelaufenen Saison von der JSG Eitratal zum TSV wechselte, fällt wegen einer Fehlstellung im Becken/Hüftbereich vermutlich für die komplette Saison aus. „Das ist einfach extrem bitter. Er ist ein Spieler, der in seinen Einsätzen wirklich Potenzial gezeigt hat“, leidet Maikranz mit dem Youngster. Auch der neue spielende Co-Trainer Andre Ditzel wird der Mannschaft helfen. „Mit André haben wir einen erfahrenen spielenden Co-Trainer dazugewonnen. Er wird uns mit seiner fußballerischen Expertise weiterhelfen und der Mannschaft die nötige Stabilität geben“, sagt Maikranz.
